Freitagabend, Flutlicht und Bieberer Berg: Viel mehr Regionalliga-Atmosphäre geht kaum. Für den FC 08 Homburg kommt das Traditionsduell bei Kickers Offenbach zu einem wichtigen Zeitpunkt. Nach nur einem Punkt aus den vergangenen beiden Spielen sind die Grün-Weißen auf Rang sieben zurückgefallen. Der Abstand zum Tabellendritten aus Offenbach beträgt allerdings nur vier Punkte. Mit einem Auswärtssieg wäre der FCH also schlagartig wieder ganz nah an der Spitzengruppe. Bei einer Niederlage dürfte der Blick für lange Zeit erst einmal Richtung Mittelfeld gehen…
Dass derzeit nicht alles rund läuft, weiß auch Roland Seitz. Nach zehn Spieltagen stehen 15 Punkte auf dem Konto – ordentlich, aber gemessen an einigen Spielverläufen zu wenig. „Wir wissen, dass wir ein paar Punkte zu wenig haben“, sagt der Trainer. Mit 18 bis 20 Zählern wäre der FCH seiner Einschätzung nach durchaus gerechtfertigt weiter vorne dabei. Vor allem die spät verschenkten Punkte gegen Stuttgart, Mannheim und Kassel wirken noch nach. Es sind weniger grundsätzliche Probleme als viele kleine Dinge, die Homburg bislang Punkte kosten. Der FCH dreht Spiele, schafft es anschließend aber nicht immer, den Deckel draufzumachen. Vorne bleiben zu viele Möglichkeiten liegen, hinten wartet die Mannschaft nach zehn Spieltagen noch immer auf das erste Zu-Null-Spiel. „Es sind viele Kleinigkeiten und daran müssen wir arbeiten“, fasst Seitz zusammen.
Gerade deshalb passt Offenbach als nächste Aufgabe fast schon ganz gut. Die Kickers gehören traditionell zu jenen Gegnern, bei denen niemand zusätzliche Motivation einfordern muss. Seitz nennt den Bieberer Berg sogar „das schönste Auswärtsspiel“. Freitagabend, großes Stadion, lautstarke Kulisse – für den FCH wird es darum gehen, diese Atmosphäre nicht als Belastung, sondern als zusätzlichen Antrieb zu nutzen. Sportlich wartet allerdings ein Gegner mit reichlich Qualität. Offenbach steht mit 19 Punkten auf Rang drei, stellt die heimstärkste Mannschaft der Liga und hat mit 20 Treffern eine der besten Offensiven. Benedikt von Hagen führt mit sechs Toren zudem die Torjägerliste an. Nach sechs ungeschlagenen Spielen zum Saisonstart ist der OFC zuletzt allerdings ins Stocken geraten: Auf die erste Niederlage in Kassel folgten Pleiten gegen Aalen und die Stuttgarter Kickers.
Damit treffen am Freitag zwei Mannschaften aufeinander, die zuletzt etwas haben liegen lassen – und beide wissen, wie schnell sich die Lage mit einem Sieg wieder verändern kann. Manuel Feil beschreibt die Ausgangslage entsprechend: „Jeder hat Lust auf das Spiel am Freitag, weil wir da einfach wieder eine Chance haben, ganz oben ranzukommen.“ Entscheidend sei, sich von den letzten Ergebnissen nicht verunsichern zu lassen und die Intensität hochzuhalten. Für den FCH dürfte dabei vor allem wichtig sein, nicht in einen offenen Schlagabtausch zu geraten. Offenbach besitzt Geschwindigkeit, Erfahrung und genügend Qualität, um Räume konsequent zu nutzen. Seitz fordert deshalb zunächst Stabilität: „Wir müssen dagegenhalten“, gleichzeitig aber auch die eigenen spielerischen Abläufe durchziehen. Und wenn sich Möglichkeiten ergeben, müsse Homburg „die wenigen Chancen, die du bekommst, auch reinmachen“.
Genau dort lag zuletzt wieder eines der Probleme. Gegen Fulda spielte Homburg keineswegs schlecht, brachte sich aber durch ungenaue letzte Pässe und mangelnde Konsequenz selbst um einen möglichen Sieg. Feil sah es ähnlich: Mit etwas mehr Präzision im letzten Drittel wären aus seiner Sicht „noch zwei, drei Tore mehr“ möglich gewesen. Das Ergebnis habe einen insgesamt ordentlichen Auftritt deshalb unnötig schlecht aussehen lassen. Personell entspannt sich die Lage weiter. Justin Petermann ist nach seiner Pause wieder fit, Yohann Torres ist von der luxemburgischen U21 zurück. Bis auf die Langzeitverletzten Frederik Schumann und Jacob Roden kann Seitz damit wieder auf einen deutlich breiteren Kader zurückgreifen.
Nach zehn Spieltagen ist noch nichts entschieden. Der FCH liegt vier Punkte hinter Offenbach und hat trotz der verschenkten Zähler weiterhin Kontakt nach vorne. Gewinnt Homburg am Freitagabend, beträgt der Abstand zum OFC nur noch einen Punkt. Das allein macht das Spiel richtungsweisend – aber auch zu einer ziemlich guten Gelegenheit.




















