Der jüngste SR-Saarlandtrend sorgt in der Landespolitik für Diskussionen – vor allem bei der SPD. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage und wachsender Unzufriedenheit mit der Bundesregierung sieht sich die Partei im Saarland in ihrer bisherigen Linie bestätigt, zugleich aber deutlich unter Druck, Vertrauen zu sichern und auszubauen.
Im Saarland verschiebt sich das politische Stimmungsbild spürbar. Die aktuelle Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Saarländischen Rundfunks zeigt, dass SPD und CDU zwar weiterhin vorne liegen, der Abstand zur AfD jedoch deutlich kleiner geworden ist.
Bei der sogenannten Sonntagsfrage kommt die SPD auf 27 Prozent, gefolgt von der CDU mit 25 Prozent. Beide Parteien verlieren im Vergleich zur vorherigen Befragung Anteile. Die AfD erreicht 23 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Frühjahr. Damit liegen alle drei Parteien fast gleichauf.
Im Bereich der kleineren Parteien bleibt das Bild stabiler: Grüne und Linke werden jeweils mit 7 Prozent ausgewiesen, während das Bündnis Sahra Wagenknecht auf 3 Prozent kommt. Unter „Andere Parteien“ fallen insgesamt 8 Prozent.
Auffällig ist auch der Blick auf die persönlichen Bewertungen der politischen Spitzen: Ministerpräsidentin Anke Rehlinger erzielt weiterhin die höchsten Zufriedenheitswerte im Land, obwohl ihre Werte ebenfalls leicht zurückgehen. CDU-Landeschef Stephan Toscani hält sein Niveau, während der saarländische AfD-Vorsitzende Carsten Becker trotz des Parteizugewinns kaum Rückenwind erhält. Auch die Führungskräfte von Grünen und Linken werden überwiegend kritisch beurteilt. Bei einer hypothetischen Direktwahl würde Rehlinger klar vor Toscani liegen. Das persönliche Vertrauen in die Regierungschefin bleibt also höher als die parteipolitische Stimmung.
Die Erhebung wurde zwischen dem 20. und 26. November 2025 durchgeführt. Befragt wurden 1.150 Wahlberechtigte im Saarland, telefonisch und online. Die Sonntagsfrage bildet kein Wahlverhalten ab, sondern ein aktuelles Meinungsbild – und kann sich bis zur nächsten Landtagswahl 2027 erheblich verändern.
SPD-Generalsekretär Esra Limbacher erklärt zum SR-Saarlandtrend:
„Deutschland befindet sich in einer Wirtschaftskrise, die sich insbesondere im Saarland stark auswirkt. Die Verunsicherung und die Sorgen vor der Zukunft lassen sich an dieser Umfrage deutlich ablesen, ebenso wie der aktuelle Unmut über die Bundesregierung.
Die SPD bleibt trotzdem stärkste Kraft im Saarland. Die Saar-SPD liegt damit ähnlich stark über der Bundespartei wie beim letzten Saarlandtrend. Allerdings hat sich der Bundestrend verschlechtert.

Anke Rehlinger ist ausweislich der Direktwahlfrage mit Abstand die einzige, der die Saarländerinnen und Saarländer die Führung des Landes anvertrauen wollen. Wir werden 2027 alles dafür tun, dass das Saarland Chefinnensache bleibt, wie es sich die klare Mehrheit wünscht.
Die CDU profitiert nicht davon, dass sie ständig das Land schlecht redet oder die Landesregierung beschimpft. Das Umfragehoch der AfD kann niemandem gefallen, weil diese Partei keinerlei Antwort auf die Probleme der Saarländerinnen und Saarländer hat. Es muss Aufgabe der politischen Mitte sein, genau diese Probleme zu lösen, von denen die AfD lebt.
Die Saar-SPD jedenfalls sieht diese Umfrage-Ergebnisse als Auftrag: Wir dürfen nicht nachlassen, für die Zukunft des Saarlandes zu kämpfen. Wir müssen zuhören, was die Menschen bewegt und auch Ängste und Sorgen müssen ihren Raum haben. Wir arbeiten pragmatisch an Lösungen für die Probleme aller Saarländerinnen und Saarländer.“



















