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Jahrelang wuchs der Sanierungsstau an den saarländischen Schwimmbädern, ohne dass Bewegung in die Sache kam. Jetzt legt die Landesregierung nach: Mit 113,5 Millionen Euro sollen kommunale Bäder im Saarland grundlegend modernisiert werden. „Mit dem Geld gelingt eine Trendwende“, erklärt Ministerpräsidentin Anke Rehlinger. „Wurde der Sanierungsstau seit Jahren immer größer und größer, kann er jetzt endlich angegangen werden.“

Das Geld stammt aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes. Aus diesem Topf hatte Rehlinger nach eigenen Angaben einen eigenen Länderanteil für das Saarland herausgehandelt. In den Gesprächen mit den Kommunen setzte sich die Landesregierung zudem für ein gesondertes Schwimmbadprogramm ein. Das Ergebnis: Exakt zehn Prozent des saarländischen Anteils fließen nun in die Bäder.

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Dass ausgerechnet die Schwimmbäder im Zentrum stehen, begründet Innenminister Reinhold Jost mit ihrer Rolle im Alltag der Menschen. „Unsere Schwimmbäder sind ein wichtiger Teil der kommunalen Daseinsvorsorge“, sagt er. Sie seien Orte, an denen Kinder das Schwimmen lernten, Vereine ihrem Sport nachgingen und Menschen jeden Alters etwas für ihre Gesundheit tun könnten. Mit den Investitionen wolle man den Kommunen helfen, diese Infrastruktur zu erhalten und zukunftsfest zu machen.

Für Finanzminister Jakob von Weizsäcker ist das Programm ein sichtbares Zeichen für den investiven Kurs des Landes. „Unsere öffentliche Infrastruktur braucht mehr Investitionen“, betont er. Das Schwimmbadprogramm sei ein „prägnantes und unmittelbar erlebbares Beispiel für diesen investiven Aufbruch“.

Wohin die Mittel genau fließen, richtet sich nach dem konkreten Bedarf. Grundlage ist eine Bedarfsabfrage des Saarländischen Städte- und Gemeindetags (SSGT) aus dem Jahr 2025. Gefördert wird nur, wo ein technischer oder energetischer Sanierungsbedarf tatsächlich besteht. Pro Kommune soll dabei grundsätzlich eine Einrichtung berücksichtigt werden. Eine Ausnahme gilt für Lehrschwimmbecken, die wegen ihrer Bedeutung für das Schwimmenlernen besonders im Blick stehen. Die anerkannten Kosten sind auf maximal 11,35 Millionen Euro je Projekt gedeckelt.

Die Förderquote beginnt bei mindestens 30 Prozent des festgestellten Sanierungsbedarfs und kann je nach Bedeutung eines Bades auf bis zu 55 Prozent steigen. Existenzbedrohte Bäder erhalten einen Zuschlag von bis zu 20 Prozent, Lehrschwimmbecken zusätzliche zehn Prozent. Auch Hallenbäder, touristisch relevante Anlagen, Bäder mit großem Einzugsgebiet oder besonderer Bedeutung für das Vereinsschwimmen können auf einen höheren Anteil hoffen.

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Die Landesregierung verbindet mit dem Programm mehr als nur die Erneuerung von Technik und Gebäuden. Ziel ist es, die kommunale Bäderinfrastruktur langfristig zu sichern und den Menschen im Saarland weiterhin wohnortnahe Angebote für Schwimmen und Sport zu erhalten. Umgesetzt wird das Vorhaben im Einvernehmen mit dem SSGT. Bis Ende 2027 ist eine Evaluation des Programms vorgesehen.

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