Symbolbild

Diese Woche erschien der neue EUROSTUDENT-Bericht des DZHW, in dem Daten über die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen von Studierenden in Europa vorgestellt werden. Wie alt sind Studierende durchschnittlich, leben sie noch bei ihren Eltern, wie finanzieren sie ihr Studium? Die Ergebnisse zeigen, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den europäischen Staaten gibt. Eine Gemeinsamkeit ist jedoch, dass junge Menschen aus sozioökonomisch schlechter gestellten Familien an Hochschulen eher unterrepräsentiert sind und teilweise deutlich andere Lebens- und Studienumstände erleben.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Studium und der Studierendenalltag in den verschiedenen Ländern des Europäischen Hochschulraums unterscheiden, etwa mit Blick auf das Alter der Studierenden und den Hochschulzugang als auch die Lebens- und Studienbedingungen. Eine Gemeinsamkeit ist jedoch, dass Studierende aus bildungsfernerem oder finanziell schlechter gestelltem Elternhaus in den meisten Ländern unterrepräsentiert sind.

Deutliche Unterschiede im studentischen Alltag verschiedener Länder betreffen die Themenfelder Wohnsituation und Finanzierung des Studiums: Studierende in Österreich, Finnland, Island, Malta, Norwegen und Schweden etwa starten (im Durchschnitt) relativ spät in ein Studium, bringen oft schon Berufserfahrung mit, leben – mit Ausnahme von Malta – selten bei ihren Eltern und arbeiten, um ihre Lebenshaltungskosten zu bestreiten. Studierende in Kroatien, der Tschechischen Republik, Frankreich, Georgien, Irland, Italien, Litauen, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien und der Türkei sind dagegen meist unter 25 Jahre alt, haben wenig Berufserfahrung und leben in der Regel noch bei ihren Eltern, von denen sie auch finanziell erheblich unterstützt werden.

Die Studie Social and Economic Conditions of Student Life in Europe – EUROSTUDENT VII 2018-2021 liefert wertvolle Einblicke in die soziale Dimension des Studiums, die im Communiqué der Ministerkonferenz 2020 in Rom besonders hervorgehoben wurde. Die Ergebnisse sollen bildungspolitische Debatten anregen und eine Basis für künftige Forschungsarbeiten liefern.

Der Bericht, der in englischer Sprache erscheint, ist die wichtigste Publikation des Projekts EUROSTUDENT, das von einem internationalen Konsortium aus sieben Organisationen durchgeführt wird – neben dem DZHW sind das Institut für Höhere Studien (Wien), ResearchNed (Niederlande), Government Strategic Analysis Center Strata (Litauen), Praxis Center for Policy Studies (Estland), Malta Further and Higher Education Authority und das Bundesamt für Statistik der Schweiz beteiligt. Dabei wird auf ein Netzwerk aus Forscher und Forscherinnen und Vertreter nationaler Ministerien sowie weiterer Stakeholder aus ganz Europa zurückgegriffen. Die siebte Forschungsrunde des Projekts wurde von allen beteiligten Ländern finanziert und vom Erasmus+ -Programm der Europäischen Union (EU), dem deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie dem niederländischen Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft (MinOCW) gefördert.

EUROSTUDENT ist ein langjähriges internationales Befragungsprojekt des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), das alle wichtigen Themenbereiche rund um das Studium untersucht, darunter die Art des Hochschulzugangs, demographische Merkmale von Studierenden, Charakteristika des Studiums, Zeitbudget und Erwerbstätigkeit, Einnahmen und Ausgaben, Wohnformen sowie Auslandsmobilität. Mit der neuen Studie Social and Economic Conditions of Student Life in Europe – EUROSTUDENT VII 2018-2021 werden erneut aktuelle Informationen vorgelegt. Sie beruhen auf Daten zu sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen von Studierenden im Europäischen Hochschulraum (EHR), die bei über 370.000 Studierenden in 25 Ländern anhand von Indikatoren erhoben wurden.

Originalpublikation: https://www.eurostudent.eu/download_files/documents/EUROSTUDENT_VII_Synopsis_of_…

Vorheriger ArtikelSprechstunde des Seniorenbeauftragten von Homburg
Nächster ArtikelWoher kommt der Montagsblues? – Studie der Universität Leipzig zu gefühlt schwierigstem Arbeitstag der Woche

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte kommentieren sie.
Bitte geben sie ihren Namen ein.