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Die aktuelle Studie der IU Internationalen Hochschule (IU) „Lebenslang Lernen. Das motiviert, das hemmt.“ zeigt: 88,7 Prozent der Befragten halten kontinuierliche Weiterbildung zwar für entscheidend, um eine langfristig erfolgreiche Karriere im Beruf einschlagen zu können, doch die gelebte Praxis sieht anders aus: Nur 13,9 Prozent absolvieren derzeit tatsächlich eine Weiterbildung, 14,3 Prozent haben sich für eine Weiterbildung angemeldet, die noch nicht gestartet ist. Und dies, obwohl 86,3 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass persönliche kontinuierliche Weiterbildung in den nächsten Jahren noch deutlich wichtiger werden wird.

Dabei ist die Motivation für Weiterbildungen groß: 88,2 Prozent aller Befragten sind motiviert, eine durch den Arbeitgeber genehmigte Weiterbildung zu absolvieren. Bei persönlichen, das heißt privat finanzierten, Weiterbildungen ist die Einschätzung der eigenen Motivation mit 77,4 Prozent der Befragten ebenfalls stark ausgeprägt. Auffallend ist: Jüngere Arbeitnehmer zeigen eine höhere Motivation als ältere. Vor allem die Befragten bis 29 Jahre streben nach neuem Wissen – durch eine persönliche (83,6 Prozent) oder eine durch den Arbeitgeber genehmigte Weiterbildung (90,6 Prozent). Von den über 50-Jährigen sind nur noch 66,7 Prozent bzw. 77,6 Prozent motiviert – jeweils über 10 Prozentpunkte weniger als über alle Altersgruppen hinweg.

Diejenigen, die derzeit an einer Weiterbildung teilnehmen, sich angemeldet haben oder interessiert sind, nennen vor allem die persönliche Weiterentwicklung (66 Prozent), daneben den Wunsch nach einem höheren Gehalt (43 Prozent) und das Ziel, eine höhere berufliche Position zu erreichen (42,6 Prozent) als Gründe für eine Weiterbildung.

Weiterbildung? Einfach nicht darüber nachgedacht.

Obwohl die Motivation hoch ist, sieht es in der Praxis ganz anders aus: 71,8 Prozent der Befragten nehmen weder an Weiterbildungen teil, noch haben sie sich dafür angemeldet. Darunter befinden sich 40,8 Prozent, die gar keine Weiterbildungsmaßnahmen geplant haben; 12,5 Prozent, die grundsätzlich Interesse bekunden, aber durch andere Gründe wie fehlende Zeit oder hohe Weiterbildungskosten an einer Teilnahme gehindert werden; und 18,5 Prozent, die sich nach eigenen Aussagen zwar informiert, aber bisher nicht angemeldet haben. Diese Gruppe derjenigen, die derzeit keine Weiterbildung plant, nennt als wesentliche Gründe für das fehlende Engagement vor allem, dass der Arbeitgeber keine beruflichen Weiterbildungen anbiete (27,1 Prozent), dass man selbst bereits über alle notwendigen Kenntnisse verfüge (21,2 Prozent), dass keine Zeit für Weiterbildungen zur Verfügung stehe (20,4 Prozent) und, dass man bisher einfach nicht darüber nachgedacht habe (20 Prozent).

Dr. Mario Herrmann, Professor für Psychologie und Soziale Arbeit an der IU, sieht hier Handlungsbedarf bei den Arbeitgebern: „Berufstätige können von ihrem Arbeitgeber für eine Weiterbildung motiviert und unterstützt werden, indem der finanzielle und zeitliche Aufwand für den Arbeitnehmer minimiert und ein möglichst zeitnaher Nutzen in Aussicht gestellt wird.“ Die Ergebnisse der Befragung decken das: Diejenigen, die derzeit keine Weiterbildung absolvieren, nennen als potenzielle Motivationsfaktoren vornehmlich das Gehalt (59,9 Prozent) und die Kostenübernahme der beruflichen Weiterbildung durch den Arbeitgeber (40,9 Prozent). Für 33,7 Prozent wäre es außerdem wichtig, die Weiterbildung während der Arbeitszeit absolvieren zu können.

Konkret, praxisnah und lukrativ: Erwartungen an Bildungsmaßnahmen

Damit eine Weiterbildung motiviert und Spaß macht, wünschen sich 55,3 Prozent, dass sie gelernte Inhalte sofort in der Berufspraxis anwenden können. Dabei sollte das Gelernte auch im Einklang mit den persönlichen Zielen stehen – das gibt mit 50,7 Prozent etwas mehr als die Hälfte der Befragten an. Und für 34,6 Prozent ist es motivierend, wenn die Lerninhalte flexibel an das eigene Tempo und die zeitliche Verfügbarkeit anpassbar sind. „Berufstätige wollen die neu erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten unmittelbar in der eigenen Arbeit anwenden können. Eine starke Praxisorientierung des Angebots ist also unabdingbar. Aber auch ein hohes Maß an Flexibilität der Weiterbildung ist wichtig, um die Vereinbarkeit mit Beruf, Familie und Freizeit zu gewährleisten und Handlungsspielräume in Form eines selbstbestimmten Lernens zu ermöglichen“, fasst Herrmann zusammen.

Im Rahmen der Studie „Lebenslang Lernen. Das motiviert, das hemmt.“ wurden 955 Arbeitnehmer in Deutschland befragt. Das Geschlechterverhältnis betrug 50,6 Prozent Frauen und 49,4 Prozent Männer. 20,5 Prozent der Befragten waren zum Zeitpunkt der Befragung bis 24 Jahre alt, 19,7 Prozent 25 bis 29 Jahre, 20,3 Prozent 30 bis 39 Jahre, 19,3 Prozent 40 bis 49 Jahre, 14,2 Prozent 50 bis 59 Jahre und 6,0 Prozent älter als 59 Jahre. Das Whitepaper zur Kurzstudie ist hier verfügbar: https://www.iu.de/forschung/studien/lebenslanges-lernen/

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