Manuela Brengel (l.) und Ulrike Stutz (r.) sind die neuen Frauen an der Spitze des Vereins "Homburger Altstadt". - Bild: Stephan Bonaventura

Bereits seit dem Jahre 2011 existiert der Verein „Homburger Altstadt“. Seine Ziele sind unter anderem die Interessen der ansässigen Gewerbetreibenden nachhaltig zu vertreten und die Altstadt als Stadtteil weiter positiv auszubauen. Jüngst gab es hier einen Personalwechsel. Die langjährigen Vorstände Dirk Hoffmann und Eric Farries haben die Führungsspitze verlassen und den Weg für neuen weiblichen Schwung frei gemacht. Neue Vorsitzende ist Ulrike Stutz, die mit ihrer Praxis für Logopädie in der Altstadt ansässig ist, ihre Vertreterin ist Manuela Brengel, Inhaberin von Manuela´s Modelounge. Wir haben uns mit ihnen zum ausführlichen Gespräch über ihre Pläne, die Altstadt und die Stadt Homburg insgesamt, getroffen.

HOMBURG1: Hallo zusammen. In der letzten Sitzung Ihres Vereins hat sich etwas geändert. Erzählen Sie unseren Lesern doch einmal aus Ihrer Sicht: Was genau hat sich verändert, wie ist der aktuelle Stand im Verein „Homburger Altstadt“?

Ulrike Stutz: Der Vorstand hat sich aktuell verändert. Der vorige Vorstand ist zurückgetreten. Der erste Vorsitzende ist weggezogen, der zweite Vorsitzende und die Schriftführerin haben ihr Amt niedergelegt, weil sie lange Jahre für die Initiative und für den Verein gearbeitet haben. Der Kassenwart ist aber geblieben. Was sich verändert hat: Erster und Zweiter Vorsitzender, der Schriftführer. Aus einer zwei Drittel männlichen Mehrheit ist eine zwei Drittel weibliche Mehrheit geworden, wir liegen also im Trend.

HOMBURG1: Von zwei Männern an der Spitze des Vereins zu zwei Frauen an der Spitze des Vereins in der Altstadt. Was sind Ihre erklärten Ziele, die Sie jetzt gerne umsetzen möchten?

Ulrike Stutz: Ich bin ja erst seit 2018 in diesem Verein, aber ich habe vorher schon beobachtet, was hier so passiert, weil ich auch in der Stadtkapelle einmal Vorsitzende war und wir häufig auf dem Homburger Marktplatz gespielt haben. Da war natürlich die Altstadt allgemein auch Thema, auch der Altstadt-Verein oder die vorherige Altstadt-Initiative. Ich fand das immer toll! Im Oktober 2018 bin ich mit meiner Praxis für Logopädie hier oben in die Saarbrücker Straße gezogen, bin dann auch sofort in den Altstadt-Verein eingetreten und habe eine Umgebung vorgefunden, die wirklich sehr nett und sehr offen ist; plus minus auch mein Alter. Daraus haben sich auch neue Freundschaften gebildet. Ich habe gesehen, dass hier eine Gemeinschaft existiert und genau diese wollen wir weiterführen. Wir werden jetzt den Status quo nochmal eruieren. Wie ist es so in der Altstadt? Wir möchten neue Mitglieder gewinnen, wollen die bestehende Gemeinschaft behalten und ausbauen. Ich selbst habe eine Praxis – kein Geschäft und deshalb habe ich im Vorfeld meine Bedenken geäußert, ob ich als Vorsitzende geeignet bin, die Geschäfte zu vertreten. Dafür habe ich aber zur Unterstützung Manuela Brengel an meiner Seite. Wir wollen Dienstleistungen und Geschäfte, inhabergeführte Geschäfte, miteinander verbinden. Als Verein möchten wir der Stadt auch zeigen, dass wir hier ein guter Zusammenschluss sind, der sich mit seinen Mitgliedern aktiv Gedanken um die Stadt Homburg macht.

Manuela Brengel: Ich bin seit 2016 mit meinem Geschäft in der Altstadt und auch direkt in den Verein eingetreten. Mir liegt die Altstadt wirklich sehr am Herzen. Gerade wir hier in Homburg in der Altstadt haben den Vorteil, dass wir sehr, sehr viele inhabergeführte Geschäfte haben. Diese findet man in anderen Städten, nennen wir jetzt Saarbrücken, Kaiserslautern, Neunkirchen, so nicht. Das sehe ich als ein sehr großes Plus an. Mir liegt daran, unsere Altstadt mit ihren inhabergeführten Geschäften weiter nach vorne zu bringen, also bekannter zu machen. Gerade Kunden von außerhalb kommen gerne nach Homburg, weil sie die Altstadt sehr schön finden und weil sie alle sagen: Diese inhabergeführten Geschäfte sind genau das, was wir suchen. Das Kundenverhalten hat sich auch verändert. Der Kunde legt Wert darauf, kompetente Beratung zu bekommen. Wir stehen ja in der Regel alle selbst in unserem Geschäft, die Kunden liegen uns am Herzen. Dieser möchte persönliche Gespräche, persönlichen Kontakt. Es entstehen auch über längere Zeit Freundschaften mit unseren Kunden und mit Kollegen. Es soll im Verein so sein, dass wir uns gegenseitig helfen, unterstützen, Ideen entwickeln. Wie gewinne ich neue Kunden? Wie binde ich die Kunden an uns, an unsere Geschäfte? Was können wir dafür tun? Wir wünschen uns außerdem ein konkurrenzloses Miteinander und dass wir die
Stadt und unsere Geschäfte noch weiter nach vorne bringen und eine gute  Außenwerbung haben, so dass man sagt, man geht gerne in die Altstadt von Homburg.

HOMBURG1: Welche konkreten Ideen haben Sie sich aktuell schon überlegt?

Manuela Brengel: Beispielsweise möchten wir uns bei verschiedenen Städten vorstellen, uns als Altstadt rundum präsentieren. Wenn in St. Ingbert z.B. eine Ausstellung ist, kann man sich dort als Altstadt Homburg vorstellen. Dann das Thema Kundenaktionen: Unsere Weihnachtsaktion wird jetzt verfeinert, die kommt nämlich immer sehr gut bei den Leuten an. Der Kunde sieht dabei: wir machen was für ihn. Auch ein guter Erfahrungsaustausch ist wichtig. Auch Social Media und neue Medien wollen wir noch mehr nutzen. Nächstes Jahr haben wir vor, ein Sommerfest für unsere Kunden zu veranstalten – auf dem
Marktplatz, hier unter den Arkaden. In der Weihnachtszeit möchten wir an den langen Samstagen vielleicht einmal einen Glühweinstand mit Gebäck machen. Das sind so einige der vielen Ideen.

Ulrike Stutz: Insgesamt soll sichtbarer werden, sowohl für die Stadt selbst als auch für Kunden und andere Besucher der Stadt, dass die Altstadt eine Gemeinschaft ist und dass wir innerhalb von Homburg eine Gemeinschaft bilden.

Die Homburger Altstadt gilt als Kleinod von Homburg. – Bild: Stephan Bonaventura

HOMBURG1: Woher nehmen Sie Ihre Ideen und Inspirationen, die Sie umsetzen möchten? Wie entwickelt sich da Ihr Know-how?

Manuela Brengel: Nehmen wir die Weihnachtsaktion als Beispiel. Diese Idee hatte ich, weil ich an einen Adventskalender gedacht habe. Kinder und Erwachsene freuen sich über einen Adventskalender und das wollten wir in den Geschäften umsetzen. Jedes Mitglied unseres Vereins hat ein Geschenk mit einer Nummer von 1 bis 24 darauf bekommen. Jedes Geschäft stellt einen Preis zur Verfügung. Der Kunde füllt, wenn er in einem dieser
24 Geschäfte einkauft, eine Postkarte aus. Er sieht dann im Schaufenster schon diesen Karton mit der Nummer. Die sammeln wir dann ein, wenn der 24. Dezember rum ist und verlosen im Anschluss 24 Preise. Die Verlosung hat bisher immer bei mir im Geschäft stattgefunden, weil ich hier sehr viel Platz habe. Das kam bei den Menschen unheimlich gut an und der Hintergedanke war, dass der Kunde in verschiedene Geschäfte geht und überall etwas ausfüllen kann. Dabei gewinnt er oder sie immer einen Preis von einem anderen Geschäft. Wenn einer meiner Kunden gewinnt, dann bekommt er zum Beispiel etwas von Papier Klein, so dass der Kunde die Möglichkeit hat auch das andere Geschäft kennenzulernen. Das ist die ganze Idee, die dahinter steht.

HOMBURG1: Nun sind die Kunden, die Sie als Einzelhändler ansprechen, wahrscheinlich sehr unterschiedlich. Wie kann man dies bezüglich der vielen Ideen unter einen Hut kriegen? Wie definieren Sie als Verein Ihre Zielgruppen?

Manuela Brengel: Wir haben ja sehr viele Ideen und das kristallisiert sich dann während der Überlegungen oft heraus. Bei unserer Weihnachtsaktion sprechen wir alle Zielgruppen an, jede Altersklasse. Ich habe beim letzten Mal erlebt, dass bei mir eine Kundin gewonnen hat, die vorher noch nie in meinem Geschäft war. Die Kundin war groß und kräftig und dachte, ich hätte nichts im Sortiment für sie. Siehe da: Sie hat dann so einiges gefunden. Der Gedanke ist, Vorurteile oder auch Hemmungen und die Schwellenangst beim Kunden abzubauen, so dass dieser einfach mal vorbeikommt und Neues entdecken kann.

HOMBURG1: Ihr Verein trifft sich in regelmäßigen Abständen. Wie werden die Sitzungen geplant, wie bringen sich hier die Mitglieder ein?

Ulrike Stutz: Für dieses Jahr haben wir noch im Oktober eine Sitzung geplant und dann kommt ja schon die Vorweihnachtszeit, dazu haben wir auf der letzten Sitzung schon Ideen vorgestellt. Es gibt ein Protokoll, darin steht eine zentrale E-Mail-Adresse, so dass die Mitglieder auch abseits der Sitzungen eingeladen sind, Ideen zu präsentieren. Wir möchten insgesamt die Mitglieder wieder mehr in die Aktivität bringen. Ein Verein ist ja ein Miteinander und wir möchten nicht von oben delegieren. Es soll zusammen etwas entwickelt werden, damit auch jeder dahinterstehen kann – das ist ganz wichtig. Wir bekommen aktuell auch neue Mitglieder in den Verein, frischer Wind ist immer gut. Mindestens fünf Geschäfte sind gerade in der Antragsphase. Allgemein wechselt die Anzahl natürlich öfters, weil sich die Geschäfte eben auch ändern, das ist etwas ganz Normales.

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