Nicht nur tabellarisch, sondern auch personell steht der Aufsteiger in die Dritte Bundesliga Südwest, der TV Homburg, derzeit unter Druck. Nach sieben Spieltagen wartet die Mannschaft von Trainer Pedro Vieira mit nur einem Punkt weiterhin auf den ersten Sieg. Am Samstagabend (18.30 Uhr) empfängt der Tabellenvorletzte in der Sporthalle der Robert-Bosch-Schule die HSG Hanau. Die Gäste stehen mit 5:5 Punkten aus fünf Spielen auf Rang zwölf, haben jedoch zwei Partien weniger absolviert als die Konkurrenz.
„Vom Tabellenplatz der HSG Hanau darf man sich nicht täuschen lassen“, warnt TVH-Trainer Pedro Vieira. „Mit zwei Siegen in den Nachholspielen könnten sie weit nach oben klettern.“ Der Portugiese rechnet mit einem deutlich stärkeren Gegner, als es die aktuelle Platzierung vermuten lässt. Dennoch lief auch die Saison der HSG Hanau bislang nicht nach Plan. Zum Auftakt unterlag man überraschend zu Hause den Bergischen Panthern mit 25:29, gewann danach aber beim punktlosen Schlusslicht SGSH Dragons deutlich mit 45:38 und setzte sich auch beim TV Kirchzell mit 25:23 durch – gegen jenen Gegner, bei dem Homburg am vergangenen Wochenende klar mit 23:35 verloren hatte. Weitere Ergebnisse: ein 33:33 bei MT Melsungen II und zuletzt eine deutliche 26:37-Heimniederlage gegen TuS Opladen – jenem Team, gegen das auch Homburg vor wenigen Wochen mit 24:37 unterlag.
Für den TV Homburg könnte die Begegnung gegen Hanau nun die Chance bieten, endlich den Knoten platzen zu lassen. Allerdings muss Vieira erneut auf mehrere Leistungsträger verzichten: Torhüter Patrick Schulz (Bizepssehnenriss im rechten Oberarm), Jan-Philipp Valda (Kreuzbandanriss) und Tim Altmeyer (Wadenbeinbruch und Syndesmosebandriss) fehlen weiterhin. Letzterer befindet sich zwar im Aufbautraining, ein Einsatz ist aber frühestens in fünf bis sechs Wochen zu erwarten.
Der Homburger Trainer hofft, dass seine Mannschaft über die gesamte Spielzeit eine konstante Leistung zeigt. „Wir brauchen 60 Minuten mit hoher Aggressivität – in der Abwehr wie im Angriff“, fordert Vieira. Vor allem im Angriff soll das Team mit mehr Tempo und klaren Abschlüssen agieren. In Kirchzell hatte Homburg zur Pause beim 14:14 noch gut mithalten können, bevor die Partie nach der Pause kippte. „Wir müssen Fehler im Angriff vermeiden, um Tempogegenstöße zu verhindern – das war zuletzt unser großes Problem“, so Vieira.
Entscheidend für einen möglichen Erfolg sei auch die Defensivarbeit gegen die starke Hanauer Rückraumreihe. „Wir müssen Cedric Schiefer (Rückraum links), Eric Kleemann und Jan Philipp Winkler (beide Mitte) sowie Lukas Böhm (rechts) in den Griff bekommen – und natürlich David Rivic, der zuletzt neun Tore gegen Opladen erzielt hat.“
„Unsere Abwehr muss funktionieren, sonst haben wir keine Chance“, betont Vieira. 30 oder mehr Gegentore, wie in fast allen bisherigen Spielen, könne man sich nicht erneut leisten. Seine einfache Formel für den ersten Saisonsieg lautet daher: „Weniger als 30 Gegentore kassieren und selbst 30 Treffer erzielen.“ Das gelang dem TV Homburg bislang erst einmal – beim 30:30-Unentschieden in Düsseldorf-Ratingen.



















