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Symbolbild

Die erhoffte Wende bleibt aus: Auch im Herbst findet die saarländische Wirtschaft nicht zurück in die Spur. Hohe Standortkosten, geopolitische Spannungen und eine schwache private Nachfrage drücken weiterhin auf die Stimmung in den Betrieben. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle September-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 90.000 Beschäftigten beteiligt haben.

Der sogenannte Lageindikator der Kammer verharrt mit 4,0 Punkten exakt auf dem Wert des Vormonats. Dabei zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Während sich die Situation in der Industrie weiter eintrübt, meldet das Dienstleistungsgewerbe eine leichte Aufhellung. Auch die Geschäftsaussichten haben sich etwas erholt. Der Erwartungsindikator klettert um 3,3 Punkte, bleibt mit minus 8,8 Zählern jedoch klar im negativen Bereich. Für Auftrieb sorgen vor allem staatliche Aufträge für Rüstungsgüter und Bauleistungen.

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Für IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé reicht das nicht. „Die Saarwirtschaft kommt auch im Herbst nicht in Fahrt. Die Nachfrage bleibt schwach, die hohen Standortkosten belasten die Wettbewerbsfähigkeit und die wirtschaftspolitische Unsicherheit bremst Investitionsentscheidungen“, erklärt er. Zwar stabilisierten öffentliche Aufträge einzelne Branchen, doch ein selbsttragender Aufschwung entstehe daraus nicht. Dafür brauche es vor allem wieder mehr private Investitionen.

Ein Blick in die Branchen zeigt, wie unterschiedlich sich die Lage darstellt. Insgesamt bewerten 25 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäfte als gut oder sehr gut, 55 Prozent als befriedigend und 20 Prozent als schlecht. Im Verarbeitenden Gewerbe laufen die Geschäfte in der keramischen Industrie sowie in Teilen der Stahlindustrie und der Bauwirtschaft gut. Angespannt bleibt hingegen die Situation bei den Gießereien, die weiter unter hohen Energiekosten und wachsendem Importwettbewerb leiden.

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Im Dienstleistungssektor fällt die Bilanz freundlicher aus. 78 Prozent der Unternehmen berichten von guten oder zumindest befriedigenden Geschäften, besonders stark entwickelt sich die IT- und Versicherungswirtschaft. Durchwachsen bleibt das Stimmungsbild dagegen im Handel, im Gastgewerbe, in der Logistik und bei unternehmensnahen Dienstleistern. Für die kommenden sechs Monate rechnen lediglich sechs Prozent der Betriebe mit einer besseren Entwicklung, während 14 Prozent eine Verschlechterung erwarten.

Deutliche Kritik übt die Kammer an der geplanten Einkommensteuerreform. Zwar sollen kleine und mittlere Einkommen entlastet werden, doch die vorgesehenen höheren Spitzensteuersätze könnten auch Unternehmen treffen, deren Gewinne der Einkommensteuer unterliegen. „Die Einkommensteuer ist für viele Personenunternehmen zugleich Unternehmenssteuer“, betont Thomé. Würden deren Gewinne zusätzlich belastet, schmälere das die Spielräume für Investitionen, Innovationen und neue Arbeitsplätze.

Entscheidend sei am Ende, dass die Steuer- und Abgabenlast insgesamt wettbewerbsfähig bleibe. „Umverteilung allein ist noch längst keine Wachstumsstrategie“, so Thomé. Die Bundesregierung stehe in der Verantwortung, angekündigte Strukturreformen bei Energiepreisen, Steuern, Bürokratieabbau und Genehmigungsverfahren endlich konsequent umzusetzen. Ohne bessere Standortbedingungen, so sein Fazit, bleibe jede konjunkturelle Erholung fragil.

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