Auch im Saarland hat die gestern durchgeführte Ministerpräsidentenwahl für Aufruhr gesorgt. Im dritten Wahlgang siegte FDP-Kandidat Kemmerich mit einer Stimme Vorsprung vor Amtsinhaber Bodo Ramelow (LINKE). Die nötige Mehrheit für Thomas Kemmerich kam – neben Stimmen von FDP und CDU – mutmaßlich durch die Stimmen der AfD zustande, die ihrem eigenen Kandidaten im dritten Wahlgang keine Stimme gaben. Die Meinung der saarländischen Politik ist eindeutig:
Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Ulrich Commerçon:
„Ich bin fassungslos. Es ist eine Schande. Die sogenannten „Bürgerlichen“ lassen sich wieder auf die extreme Rechte ein. Ich ahne schon das Betroffenheitsschauspiel von Frau Kramp-Karrenbauer und Co. Die Republik ist erschüttert.“
Saar-SPD-Vorsitzende Anke Rehlinger:
„In Thüringen hat ein unfassbarer Dammbruch nach rechts stattgefunden. Alle Schwüre der Konservativen, nicht mit der AfD zu paktieren, waren nichts wert. Das ist kein Zufallsprodukt, CDU, FDP und AfD haben das ganz offensichtlich vorbereitet. Das zerstört jede Glaubwürdigkeit von CDU und FDP bundesweit.
Auch Annegret Kramp-Karrenbauer und Christian Lindner tragen dafür Verantwortung. CDU und FDP zeigen damit, dass man sich nicht darauf verlassen kann, dass sie das Land nicht im Zweifel auch der Höcke-AfD in die Hände geben. Der Mann, der mit Nazi-Stimmen gewählt wurde, kann auf keinen Fall Ministerpräsident bleiben.“
Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion Alexander Funk:
„Dass die CDU in Thüringen gemeinsam mit der radikalen Höcke-Partei einem Ministerpräsidenten ins Amt verhilft, der es kaum in den Landtag geschafft hat, ist untragbar. Nur Neuwahlen können hier noch ein Weg aus der Sackgasse sein. Die Thüringer CDU muss die Reißleine ziehen.“

















