Zur Drohung der Geschäftsführung der Neuen Halberg Guss in Saarbrücken den Betrieb zu schließen, erklärt Oskar Lafontaine: 

„Wer die Arbeitsplätze von 1500 Arbeitnehmern mutwillig zerstört, die Beschäftigten also enteignet, der sollte selbst enteignet werden. Die Prevent-Gruppe hat die Neue Halberg Guss gekauft, um in ihrem Streit mit VW ein weiteres Druckmittel zu haben. In rücksichtsloser Weise werden dabei die Arbeitsplätze der Beschäftigten und die Existenz ihrer Familien aufs Spiel gesetzt.

Das Grundgesetzt sieht die Enteignung zum Wohle der Allgemeinheit vor. Dazu genügt ein einfaches Landesgesetz. Es ist unstreitig, dass ein verkaufsunwilliger Kleingartenbesitzer enteignet werden kann, wenn er den Bau einer Straße verhindert. Genauso ist es mit dem Grundgesetz vereinbar, einen Unternehmer zu enteignen, wenn er nachweislich und mutwillig 1500 Arbeitsplätze zerstört.

Wir leben nicht in einer Sklavenhaltergesellschaft und das Unternehmereigentum ist genauso dem Gemeinwohl verpflichtet, wie das Grundstück eines Kleingartenbesitzers. So wie der Staat nicht zulassen kann, dass das Interesse eines Einzelnen den Bau einer Straße verhindert, so ist er im Sinne des Grundgesetztes verpflichtet, einen Unternehmer zu enteignen, der skrupellos 1500 Arbeitsplätze aufs Spiel setzt.“

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