Zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Nutzung von Erdgas ergänzt Christian von Hirschhausen, TU Berlin: „Deutschland verfügt über ausreichende und sehr robuste Kapazitäten zum Import von Erdgas. Die geplante zweite Ostseepipeline Nord Stream 2 ist zur Sicherung der Erdgasversorgung in Deutschland und Europa nicht notwendig. Um die Klimaziele einzuhalten, muss weniger Erdgas importiert werden. Schon deutlich vor 2050 muss Deutschland aus der Nutzung von fossilem Gas vollständig aussteigen. Die zur Begründung der Pipeline verwendeten Wirtschaftlichkeitsrechnungen beruhen auf überholten Annahmen zur Entwicklung der Erdgasnachfrage. Wird Nord Stream 2 zu Ende gebaut, würde dies die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern noch weiter erhöhen, es droht ein unumkehrbarer Lock-In in eine rückwärtsgewandte Infrastruktur. Dies gilt nicht nur für Nord Stream 2, sondern auch für die in Deutschland aktuell im Bau befindliche EUGAL-Pipeline zum Weitertransport des Gases. Auch der Bau von EUGAL sollte sofort gestoppt werden.“

Unabhängige und überprüfbare Messdaten zu den Methan-Leckagen liegen aus Russland bisher nicht vor. Zudem sind die Methoden zur Messung der Leckagen seit der Erteilung der Genehmigung für Nord Stream 2 in 2018 entscheidend weiterentwickelt worden: Statt einzelne Ventile oder Komponenten zu messen, ist es nun Stand der Wissenschaft, gesamte Förderanlagen zu messen. Dies hat in den USA bereits zu einer Anhebung der Methan-Emissionen aus der Öl- und Gasindustrie um 60 Prozent geführt.

Quelle:www.presseportal.de

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