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Die Personalausstattung in Kindertageseinrichtungen (Kitas) variiert nicht nur zwischen den Bundesländern, sondern auch auf regionaler Ebene. Das bestätigen die Auswertungen von 401 Kreisen und 559 Jugendamtsbezirken des Ländermonitorings Frühkindliche Bildungssysteme mit den Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik (Stichtag 1. März 2021). In Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung wertet das Lehrgebiet Empirische Bildungsforschung der FernUniversität in Hagen jährlich den Status quo und die Entwicklungen in der Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung aus.

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So zeigen die aktuellen Auswertungen, dass sich die Personalschlüssel in Kitas sowohl im Bundesvergleich als auch im Vergleich der einzelnen Kreise und kreisfreien Städte zum Teil stark unterscheiden. Erfasst wird das Verhältnis, wie viele ganztagsbetreute Kinder von einer vollzeitbeschäftigten Fachkraft betreut werden. „Auch wenn noch nicht in allen Regionen ein optimaler Personalschlüssel erreicht ist, so zeigt die Entwicklung des Personalschlüssels eine positive Tendenz”, sagt Prof. Dr. Julia Schütz, Leiterin des Lehrgebiets Empirische Bildungsforschung und Sprecherin des Zentrums für pädagogische Berufsgruppen- und Organisationsforschung (ZeBO) in Hagen. „Allerdings steht das Handlungsfeld der institutionellen frühkindlichen Bildung, genau wie alle anderen pädagogischen Handlungsfelder auch, vor der immensen Herausforderung des Fachkräftemangels.”

Personalschlüssel in Krippengruppen

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Bei Krippenkindern, also Kindern im Alter von unter drei Jahren, empfiehlt die Bertelsmann Stiftung seit 2008 einen Personalschlüssel von 1 zu 3. Der günstigste mittlere Personalschlüssel zeigt sich in Baden-Württemberg mit 2,9 Kindern, dicht gefolgt von Bremen mit 3,2 und Niedersachsen 3,3 Kindern pro Fachkraft. In Mecklenburg-Vorpommern kommen am meisten, nämlich 5,8 Kinder auf eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft. Doch über die deutlichen Unterschiede insbesondere zwischen ost- (1 zu 5,3) und westdeutschen (1 zu 3,3) Bundesländern hinaus, sind die Personalschlüssel auf regionaler Ebene ebenfalls heterogen verteilt. So gehören zu Rheinland-Pfalz mit einem Personalschlüssel von 1 zu 3,4 beispielsweise der Landkreis Altenkirchen (Westerwald) mit 1 zu 2,5 und der Landkreis Bad Dürkheim mit 5,2 Kindern pro Fachkraft. In Thüringen liegt der vorteilhafteste mittlere Personalschlüssel im Wartburgkreis (1 zu 4,6), während die Stadt Suhl einen Personalschlüssel von 6,4 ausweist.

Personalschlüssel in Kindergartengruppen

In Gruppen mit Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt empfiehlt die Bertelsmann Stiftung einen Personalschlüssel von 1 zu 7,5. Baden-Württemberg ist mit einem Personalschlüssel von 1 zu 6,5 besser als die Empfehlung, während Schleswig-Holstein die Vorgabe mit 1 zu 7,5 trifft. In Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich bundesweit der ungünstigste Personalschlüssel mit 12,9 Kindern pro Fachkraft. Darüber hinaus lassen sich auch in Kindergartengruppen zum Teil größere Abweichungen auf regionaler Ebene erkennen. So variieren die gemittelten Personalschlüssel in Rheinland-Pfalz zwischen 1 zu 6,6 (Landkreis Germersheim) und 1 zu 11,5 (Stadt Pirmasens) und in Thüringen zwischen 1 zu 9,1 (Greiz) und 1 zu 13,1 (Saalfeld-Rudolstadt).

Personalschlüssel an Ihrem Standort

Für die Stadt Hagen als Heimat der FernUniversität haben sich die Personalschlüssel in Krippengruppen von 1 zu 3,7 im Jahre 2016 auf 1 zu 3,1 für das Jahr 2021 verbessert. In Kindergartengruppen liegt der aktuelle Personalschlüssel bei 1 zu 8,9. Seit 2016 sind hier nur geringfügige Veränderungen erkennbar. Wie ist es eigentlich um den Personalschlüssel an Ihrem Wohnort bestellt? Diese und weitere Antworten finden Sie auf der Homepage des Projekts.

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