Eigentlich sollte zum Abschluss noch einmal die besondere Kulisse der Klosterruine Wörschweiler den Rahmen liefern. Doch die anhaltende Trockenheit machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Auf Anraten der Feuerwehr wurde das Finale von „Kultur im Museum“ kurzfristig ins Römermuseum Schwarzenacker verlegt. Der Stimmung tat das wenig Abbruch: Mit Blueshimmel endete dort am Donnerstagabend eine Veranstaltungsreihe, mit der die Homburger Kulturgesellschaft auch in diesem Sommer wieder Musik an außergewöhnliche Orte gebracht hatte.
Die Entscheidung gegen Wörschweiler fiel aus Sicherheitsgründen. Rund um die Ruine sei es derzeit schlicht zu trocken, erklärte Norbert Zimmer zum Abschluss des Abends. „Das hat uns die Feuerwehr eigentlich auferlegt, was auch verständlich ist“, sagte er. Mitten im Wald und auf ausgedörrten Flächen könne bereits ein Funke zum Problem werden. Hinzu komme, dass die Feuerwehr bei der derzeitigen Lage ihre Einsatzmöglichkeiten im Blick behalten müsse.
Also wurde aus dem geplanten Abend an der Klosterruine ein Konzert am Museumscafé des Römermuseums. Für Zimmer allerdings keineswegs eine Notlösung: Auch der Innenhof und das Gelände in Schwarzenacker hätten sich bereits mehrfach als schöne Spielorte erwiesen.
Musikalisch gehörte der letzte Abend der Formation Blueshimmel. Und die hatte selbst einen Grund zum Feiern: Seit mittlerweile 30 Jahren ist die Band unterwegs. „Wir haben auch was zu feiern dieses Jahr: 30 Jahre Blueshimmel“, begrüßte die Gruppe ihr Publikum. Für das Finale von „Kultur im Museum“ hatte sie ein Best-of-Programm aus insgesamt sieben veröffentlichten CDs zusammengestellt.
Dabei gehört zu Blueshimmel mehr als klassischer Blues nach bekanntem Muster. Gerade die eigenen sprachlichen und musikalischen Eigenheiten machen den Reiz der Formation aus. Zimmer hob nach dem Konzert unter anderem hervor, dass die Musiker auch Stücke im Dialekt präsentieren – etwas, das man in dieser Form nicht allzu häufig zu hören bekomme.
Den Einstieg machte die Band mit dem Instrumentalstück „Musiktherapie“. Das Stück habe sie durch eine für Musiker schwierige Zeit begleitet, erklärte Blueshimmel mit einem augenzwinkernden Rückblick auf die Jahre, in denen öffentliche Auftritte kaum möglich waren. Umso mehr genoss die Band, wieder gemeinsam mit dem Publikum einen Sommerabend verbringen zu können.
„Durch die Bank ein tolles Programm“
Mit dem letzten Konzert zog Zimmer zugleich Bilanz für die gesamte Saison – und die fiel ausgesprochen positiv aus. „Alles in allem würde ich sagen, sind wir sehr zufrieden mit der Reihe Kultur im Museum in diesem Jahr“, sagte er. Nicht jeder Termin habe unter einfachen Bedingungen stattgefunden. Bei einer Veranstaltung an der Gustavsburg mussten Musiker und Besucher beispielsweise Temperaturen von rund 40 Grad verkraften. Entsprechend überschaubar sei der Besuch dort mit etwa 40 bis 50 Gästen gewesen.
Abgesehen davon seien die Veranstaltungen jedoch durchweg gut angenommen worden. Zimmer sprach von einem „tollen Programm“ und verwies unter anderem auf French Touch sowie nun Blueshimmel zum Abschluss. Was „Kultur im Museum“ auszeichnen soll, brachte er dabei auf eine einfache Formel: „Außergewöhnliches Programm an außergewöhnlichen Orten.“ Genau darin liegt seit Jahren der Reiz der Reihe. Nicht eine einzige große Bühne steht im Mittelpunkt, sondern verschiedene historische Orte im Homburger Stadtgebiet werden für einige Stunden zu kleinen Konzertstätten. Mal geht es zur Gustavsburg nach Jägersburg, mal nach Wörschweiler, mal ins Römermuseum nach Schwarzenacker.
Stammgäste tragen die Reihe mit
Dass dieses Konzept inzwischen sein eigenes Publikum gefunden hat, merkt Zimmer nach eigener Aussage auch an den vielen bekannten Gesichtern bei den einzelnen Veranstaltungen. „Ich habe viele Stammgäste, die hier kommen und denen das einfach Spaß macht“, sagte er.
Diese Verbundenheit ist für eine Reihe dieser Größenordnung nicht unwichtig. „Kultur im Museum“ lebt nicht von riesigen Zuschauerzahlen, sondern von der Mischung aus überschaubarem Rahmen, ungewöhnlichen Spielorten und einem Programm, das sich bewusst auch abseits des musikalischen Mainstreams bewegen darf. Dass manche Besucher den kurzfristigen Wechsel von der Klosterruine nach Schwarzenacker bedauerten, lag dabei in der Natur der Sache. Am Ende überwog aber die vernünftige Entscheidung, angesichts der Brandgefahr kein unnötiges Risiko einzugehen.
Fortsetzung 2027 bereits fest eingeplant
Und nach dem letzten Ton dieses Sommers ist bereits klar: Das Finale mit Blueshimmel war kein Abschied von der Reihe. Auch 2027 soll es wieder „Kultur im Museum“ geben. Erste Ideen gebe es bereits, verriet Zimmer – konkrete Namen wollte er allerdings noch nicht nennen. Nur so viel: Auch im kommenden Jahr solle wieder ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm entstehen.
Damit endet die Saison 2026 zwar etwas anders als ursprünglich geplant, aber mit einem positiven Fazit. Eine Reihe, die bewusst mit ihren Spielorten arbeitet, musste beim letzten Termin ausgerechnet auf einen anderen Ort ausweichen. Dass der Abend trotzdem funktionierte, passt am Ende vielleicht sogar ganz gut zu „Kultur im Museum“: Entscheidend ist nicht allein die Kulisse. Entscheidend ist, was man daraus macht.
Alle Bilder: Friedel Simon










































































