Symbolbild
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Acht namhafte Konzerne wollen dem Wasserstoff im europäischen Güterverkehr endlich zum Durchbruch verhelfen. Auf der IAA Transportation in Hannover haben Bosch, Daimler Truck, die Volvo Group, Toyota, Air Liquide, TotalEnergies sowie die Tankstellenbetreiber TEAL Mobility und MB Energy gemeinsame Pläne vorgestellt, mit denen der Hochlauf wasserstoffbetriebener Fahrzeuge deutlich an Tempo gewinnen soll.

Im Zentrum steht Deutschland. Als erstes Land in Europa erfülle das hiesige Ökosystem alle Voraussetzungen, um Wasserstoff-Lkw bis 2030 in nennenswerter Zahl auf die Straße zu bringen. Getragen wird dieser Anspruch von politischer Rückendeckung und von Industriepartnern, die die gesamte Wertschöpfungskette abdecken. Das deutsche Modell verstehen die Beteiligten ausdrücklich als Blaupause für den Rest des Kontinents.

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Die Unternehmen eint die Überzeugung, dass Wasserstoff die batterieelektrische Mobilität sinnvoll ergänzt, wo lange Strecken, schwere Lasten, kurze Tankzeiten und Flexibilität gefragt sind. Wie weit die Technik bereits ist, zeigen konkrete Zahlen: Kunden von Daimler Truck haben mit Brennstoffzellen-Lkw schon fast 600.000 Kilometer zurückgelegt. Ab Ende 2026 will der Hersteller eine Kleinserie von 100 Fahrzeugen der nächsten Generation in den Kundeneinsatz bringen und investiert bis zum Ende des Jahrzehnts einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag.

Auch die anderen Partner bringen erhebliche Erfahrung ein. Die Volvo Group setzt auf Brennstoffzellen ebenso wie auf Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor und peilt die Markteinführung bis 2030 an. Toyota greift als Technologiepartner auf mehr als 30 Jahre Entwicklung im Bereich Brennstoffzellen zurück. Bosch wiederum liefert zentrale Fahrzeugkomponenten und Betankungstechnik – das eigene Brennstoffzellensystem hat auf der Straße bereits mehr als 30 Millionen Kilometer absolviert.

Ohne Infrastruktur bleibt jede Technik Theorie. Deshalb arbeiten die Fahrzeughersteller eng mit Energieunternehmen wie Air Liquide, TotalEnergies und MB Energy zusammen. Das Joint Venture TEAL Mobility, das TotalEnergies und Air Liquide zu gleichen Teilen betreiben, soll die Versorgung mit flüssigem und gasförmigem Wasserstoff skalieren. Geplant sind leistungsstarke Tankstellen, an denen sich täglich bis zu 100 Lastwagen betanken lassen.

Entscheidend für den Erfolg bleibt der Preis. Solange Wasserstoff nicht mit Diesel mithalten kann, werden Flottenbetreiber zögern. Drei Hebel sollen das ändern: günstigere Fahrzeuge durch Förderung und Serienproduktion, ein konkurrenzfähiger Preis an der Zapfsäule dank effizienterer Lieferketten sowie Anreize wie die Mautbefreiung für emissionsfreie Fahrzeuge. Dass die Nachfrage vorhanden ist, belegt das deutsche NOW-Förderprogramm: Beantragt wurden mehr als 70 Hochleistungs-Tankstellen und 800 schwere Nutzfahrzeuge – deutlich mehr, als das Programm hergab.

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Damit aus dem deutschen Startschuss ein europäisches Vorhaben wird, fordern die Konzerne abgestimmtes Handeln der nationalen Regierungen und der EU-Kommission. Nötig seien der Ausbau der Infrastruktur im Sinne der AFIR-Ziele, harmonisierte Anrechnungsmechanismen für erneuerbare Kraftstoffe sowie eine gemeinsame Risikominimierung über die gesamte Kette hinweg. Aus dem Zusammenspiel von industrieller Umsetzungskraft und politischem Rahmen soll so die Grundlage entstehen, den CO₂-freien Gütertransport in die Breite zu tragen – und zugleich Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Beschäftigung in Europa zu stärken.

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