Krieg, Flucht und die Suche nach Halt in einem fremden Land: Diese Themen stehen im Mittelpunkt, wenn die ukrainische Schriftstellerin Irina Fingerowa am Dienstag, 6. Oktober, in Homburg zu Gast ist. Ab 19 Uhr liest sie in der Galerie im Kulturzentrum Saalbau aus ihrem Roman „Zugwind“ und setzt damit die etablierte Reihe der Homburger Lesezeit fort.
Im Zentrum des Romans steht Mira, eine Ärztin, die aus Odessa nach Deutschland gezogen ist. Als junge Hausärztin hat sie sich hier ein neues Leben aufgebaut – bis dieses ins Wanken gerät. Mit dem Beginn der russischen Invasion und den Bomben, die auf ihre alte Heimat fallen, verliert ihr Alltag jede Selbstverständlichkeit.
Fingerowa erzählt diese Geschichte eindringlich und nah an ihrer Figur. Sie zeigt, wie es sich anfühlt, in Sicherheit zu leben, während das eigene Herkunftsland im Krieg versinkt. Diese Zerrissenheit zwischen zwei Welten prägt Miras Dasein und macht den Roman zu einem Porträt einer Generation, die zwischen Ankommen und Zurückblicken gefangen ist.
Doch „Zugwind“ ist mehr als eine Chronik des Leidens. Das Buch handelt von Wut und Trauer, aber auch vom beharrlichen Versuch der Protagonistin, Trost und Schönheit im Kleinen zu entdecken. Es sind die alltäglichen Momente, an denen sich Mira festhält, wenn die großen Katastrophen unfassbar bleiben.
Gerade diese Verbindung aus persönlicher Perspektive und weltpolitischer Wucht verleiht dem Abend seine Bedeutung. Die Lesung holt ein Thema, das viele nur aus den Nachrichten kennen, auf eine menschliche, greifbare Ebene – und gibt den Erfahrungen Geflüchteter eine literarische Stimme.
Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Galerie des Saalbaus in der Oberen Allee 1. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.



















