Bild: Bill Titze

Hoher Besuch in der Kirchensraße: Zur Verleihung des Günther-Deegener-Preises an das Jugendforum Homburg kam Ministerpräsident Tobias Hans in die Protestantische Jugendzentrale. Mitgebracht hatte er viel Lob – und einen Auftrag.

Wenn man das steile Pflaster der Kirchenstraße aus Richtung Stadtmitte erklimmt, ist wohl das erste, was ins Auge fällt, die hoch aufragende Protestantische Stadtkirche. Doch direkt gegenüber gibt es auch noch einen anderen Blickfang, der Aufmerksamkeit verdient. Denn dort prangt an der Mauer der Protestantischen Jugendzentrale seit 2017 ein farbenfrohes, 25 Meter langes Graffiti, das zu Toleranz in der Gesellschaft aufruft.

Dieses Graffiti für Toleranz hat das Jugendforum Homburg an die Mauer der Protestantischen Jugendzentrale gesprüht. – Bild: Stephan Bonaventura

Es ist das Werk des Jugendforums Homburg, das hier vor rund vier Jahren zusammen mit einem professionellen Graffitisprayer dieses Kunstwerk gestaltet hat. Bei weitem nicht das einzige Projekt des Forums, das es sich zum Ziel gesetzt hat, für die Gleichberechtigung aller Menschen zu kämpfen. Und dafür nun auf besondere Weise geehrt wurde.

Denn die Jugendlichen erhielten nicht nur den Günther-Deegener-Preis für zivilgesellschaftliches Engagement, der mit 2.500 Euro prämiert ist. Nein, mit Ministerpräsident Tobias Hans hatte sich dazu noch ein hoher Gast für die Preisverleihung angemeldet, der sich schließlich rund eine Stunde mit den Teilnehmern des Jugendforums unterhielt und nur Lob für die Jugendlichen übrig hatte.

„Ich glaube, dass Günther Deegener viel Freude daran gehabt hätte, wie ihr euch für die demokratische Teilhabe einbringt“, sagte Hans mit Blick auf den 2017 gestorbenen Namensgeber des Preises, der 24 Jahre lang dem Kinderschutzbund Saar vorgestanden hatte. „Schließlich hat Deegener genau dafür gekämpft, dass sich Jugendliche in die Gesellschaft einbringen können.“

Das tut das Jugendforum auf verschiedene Art und Weise. Neben selbst initiierten Projekten wie der Graffiti-Aktion, helfen die rund 20 Jugendlichen auch anderen Gruppen in der Region, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. „Beispielsweise haben wir letztes Jahr einer Gruppe von Schülern dabei geholfen, Masken mit Slogans zu UNESCO-Zielen zu besticken“, erzählt der Betreuer des Forums, Tobias Komperl. Finanziert wird dieses Engagement über Fördergelder aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“.

Ministerpräsident Hans informierte sich in der Protestantischen Jugendzentrale über die Arbeit des Jugendforums. – Bild: Bill Titze

Doch das Jugendforum wirkt nicht nur nach außen, sondern macht natürlich auch was mit den Personen, die beteiligt sind, wie das Mitglied Marco Grund bei seiner Rede ausführte. „Die Tätigkeit bewirkt einfach, dass man als Jugendlicher als vollwertiger Mensch anerkannt wird. Es ist möglich, Verantwortung zu übernehmen und man spürt: Unsere Stimme zählt was!“

Ministerpräsident Hans betonte schließlich in diesem Zusammenhang die Bedeutung eines solchen Engagements. „Die Kinder und Jugendlichen haben noch länger mit den Entscheidungen zu leben, die heute getroffen werden. Deshalb ist deren Teilhabe so wichtig und ihr solltet diesen Preis auch als Auftrag begreifen weiterzumachen.“ Das dürften sich die so Geehrten nicht zweimal sagen lassen – ob aus diesem Auftrag des Ministerpräsidenten jedoch noch ein weiteres buntes Graffiti folgt, bleibt abzuwarten.

 

 

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