In einer Stadt leben und in ihr einkaufen, das soll eigentlich zweckdienlich und gleichzeitig aber auch erlebnisreich sein. Vielerorts sieht das jedoch mittlerweile anders aus. Der Kampf um die Gunst der Kunden ist längst entfacht. Im Detail bedeutet das seit Jahren: Stationärer Handel gegen Onlinehandel. In Zeiten von Amazon und Co. ist der Einkauf von fast jedem erdenklichen Artikel nur einen Klick weit entfernt. Oft sogar ohne Versandgebühr und mit extrem kurzen Lieferzeiten – allerdings eben auch ohne fachliche Beratung und den zwischenmenschlichen Kontakt. Eine neue Shoppingkarte soll in und um Homburg jetzt neue Möglichkeiten bieten und dem Onlinetrend funktional entgegenwirken.

„Wer anonym shoppen will, den wird man kaum in die Geschäfte bekommen.“ Ein Satz, den man häufiger hört wenn es um den anhaltenden Aufschwung im Onlinehandel und die Schwierigkeiten beim stationären Einkaufen geht. Der Anreiz, den Weg zum Einzelhandel zu suchen, muss manchmal einfach nur durch andere Impulse geschaffen werden. Leicht ist das nicht. Als Unternehmer muss man sich, neben dem Kerngeschäft, heutzutage breit aufstellen, um wahrgenommen zu werden. Das gilt für alle Bereiche, die in irgendeiner Weise den Endkunden und damit den Bürger vor Ort ansprechen wollen.

Homburg ist mit seinen über 45.000 Einwohner eine Mittelstadt mit viel Charme und hohem Sympathiewert. Die Einkaufsmöglichkeiten mögen begrenzt sein, aber das ist eine natürliche Limitierung. Denn wenn man sich genau umschaut, findet man aus allen Bereichen des täglichen Lebens Geschäfte, die zum einkaufen einladen. Nicht geballt, sondern oft sehr vereinzelt, aber dennoch vorhanden und vor allem qualifiziert und mit hohem Engagement. Das Wappen der Stadt zeigt eine Stadt des Baumes, eine Stadt die mit viel Natur inmitten des Saarpfalz-Kreises punktet. Eine Stadt, die über das ganze Jahr ein sehr breites Kulturprogramm bietet und auch quer über Dörfer und die angrenzenden Region erfreut sich das tägliche Leben an sehr viel Abwechslung und einer Gegend mit vielen Freizeitangeboten.

Um neuen Schwung nach Homburg zu bringen braucht es also nicht zwingend neue Attraktionen, es gilt vielmehr bisher ungenutzte Potentiale zu nutzen und neue Synergien zu aktivieren. Das Gefühl für heimatliches Shoppen und lokale Unternehmen braucht einen Auffrischungskurs. Neuer Schwung kommt aktuell von dem jungen Unternehmer Marcel P. Schmitt und seiner in Homburg ansässigen Agentur. Er hatte die Idee, die Erlebniswelt in und um die Stadt für alle Bürgerinnen und Bürger interessanter und auch lukrativer zu gestalten. Zusammen mit dem ortsansässigen Gewerbeverein reifte die Umsetzung einer Einkaufskarte, die rundum Vorteile aufzeigt.

Marcel P. Schmitt in seinem Homburger Agenturbüro – Foto: mps.agency

„Es geht darum die Homburger noch mehr in der eigenen Stadt zu halten, sozusagen eine Stärkung der Homburger Einkaufskultur zu bewirken“, erklärt uns Marcel P. Schmitt bei einem Treffen. „Die ansässigen Geschäfte sollen bei den Menschen wieder in den Focus gerückt werden, denn bei genauerer Betrachtung hat die Stadt und die Gegend mehr zu bieten als viele denken. Das wollen wir nachhaltig bewirken“, so Schmitt.

Das System ist leicht beschrieben. Die HomburgCard, welche einer klassischen Kundenkarte ähnelt, soll seinen Besitzern Vorteile, Rabatte und Gutscheine bei Sehenswürdigkeiten, Freizeitangeboten, Veranstaltungen, der Gastronomie und eben dem lokalen Einzelhandel ermöglichen. Teilnehmende Geschäfte und Institutionen profitieren dabei vor allem von der kostenfreien Werbung. Für einen kleinen Beitrag kann die Karte in allen teilnehmenden Geschäften, welche sich als Vertriebspartner anbieten, erworben werden. Nach dem Kauf ist die Karte für ein Jahr gültig. Das bedeutet gerade bei großem Angebot: Sparen ist angesagt. Je mehr Teilnehmer sich melden, desto höher wird der Nutzen sein.

Bereits für Herbst diesen Jahres hat der Gewerbeverein zusammen mit der Agentur den Start des Projektes geplant. Die ersten 50 Teilnehmer sind bereits gefunden und Marcel P. Schmitt zeigt sich sicher, dass die nächsten 50 nicht lange auf sich warten lassen. „Ob Kino, Schwimmbad, Kletterpark und vieles mehr, das Freizeitangebot ist groß. Aber auch im Tourismusbereich wollen wir punkten, damit die Besucher der Gegend noch lieber zu uns in die Stadt kommen. Homburg ist eine lebenswerte und schöne Stadt“, sagt Schmitt. Gespart werden kann an vielen verschiedenen Punkten, genau das soll auch künftig Ziel der HomburgCard sein – ein breites Spektrum soll ihre Attraktivität steigern und einen noch größeren Anreiz für lokales Shopping bieten.

Der Versuch ist ehrgeizig und sowohl für Kunden als auch Partner eine echte Win-Win-Sitiation. Prozente erhaschen und dabei den lokalen Markt stärken, das klingt vielversprechend. Getreu dem Saarland-Motto „Großes entsteht immer im Kleinen“, könnte sich die kleine Karte über die nächste Zeit zu einem festen Zusatzprodukt in der Homburger Konsumlandschaft entwickeln und für die Bürgerinnen und Bürger von großem Nutzen sein. Die Zeit wird es zeigen.

1 KOMMENTAR

  1. Absolut bescheuerte Idee. Prozente bekommt, wer handelt und bar bezahlt. Wie bei Kreditkarten: kein Händler hat Lust, irgendeinem Deppen etwas von seinem Verdienst abgeben zu müssen, nur weil der eine schwachsinnige Karte erfunden hat.

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