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Private Radiounternehmen haben am Montag auf Einladung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer im Bundeskanzleramt über die Zukunft ihrer Branche beraten. Es war das erste Treffen dieser Art auf Bundesebene – und ein Signal, dass die wirtschaftlichen Nöte des privaten Hörfunks in Berlin angekommen sind.

Im Zentrum des Gipfeltreffens standen Fragen, die für viele Sender existenziell sind: Wie lässt sich privates Radio in einer Welt globaler Streaming-Plattformen noch refinanzieren? Wie kann der Wettbewerb mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk fairer gestaltet werden? Und wie gelingt der Übergang von analogen zu digitalen Verbreitungswegen, ohne dass Hörerinnen und Hörer den Zugang zu ihren gewohnten Programmen verlieren? Die Auffindbarkeit privater Sender auf digitalen Geräten und Plattformen gilt dabei als eine der drängendsten Herausforderungen.

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Weimer machte nach dem Treffen deutlich, dass er die Branche stärker in den Fokus der Bundespolitik rücken will. „Radio ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Medienvielfalt in Deutschland“, sagte der Staatsminister. „Damit das auch im digitalen Zeitalter so bleibt, sind private Hörfunkanbieter in besonderem Maße auf funktionierende wirtschaftliche Rahmenbedingungen angewiesen.“ Faire Wettbewerbsbedingungen seien dafür essenziell.

Der Kulturstaatsminister räumte ein, dass die medienrechtliche Regulierung des Radiomarkts grundsätzlich Ländersache sei. Dennoch brauche es auch auf Bundesebene mehr Aufmerksamkeit für die Belange der Radiowirtschaft. „Deshalb werden wir diesen Austausch in den kommenden Monaten fortsetzen und den Kreis um Verbände und Aufsichtsbehörden erweitern“, kündigte Weimer an. Damit deutet sich ein breiterer Dialog an, der über das bisherige Format hinausgeht.

An der Auftaktveranstaltung nahmen unter anderem die FFH-Mediengruppe, der Verband Privater Medien VAUNET, die Radio-Holding Die Neue Welle/the broadcasters, die Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk sowie die Radio Marketing Service GmbH teil. Die Zusammensetzung der Runde zeigt, dass sowohl große Sendergruppen als auch Branchenverbände und Vermarkter an einem Tisch saßen – ein bewusst breiter Ansatz für ein erstes Gespräch.

Ob aus dem Gipfel konkrete politische Maßnahmen folgen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass der private Hörfunk in Deutschland unter erheblichem Druck steht. Sinkende Werbeerlöse, die Konkurrenz durch Musikstreaming-Dienste und die wachsende Dominanz weniger Tech-Konzerne bei der Verbreitung von Audioinhalten setzen den Sendern zu. Dass Weimer das Thema zur Chefsache erklärt und weitere Runden angekündigt hat, dürfte die Branche zunächst als ermutigendes Zeichen werten.

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