Symbolbild

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) schlägt gemeinsamen mit zahlreichen Bürgern Alarm wegen zu hoher Feinstaubbelastung durch Holzfeuerung. In insgesamt 338 Städten und Gemeinden haben Bürger gemeinsam mit der DUH Anträge auf eine Filterpflicht für Holzöfen gestellt.

Die Städte Berlin, München, Hamburg, Bonn und Freiburg wurden dabei am häufigsten adressiert, allein in diesen Städten leben über 7,5 Millionen Menschen. Aktuell steigen aufgrund des Kriegs in der Ukraine zudem immer mehr Menschen auf Holzfeuerung um. Angesichts von 53.000 vorzeitigen Todesfällen durch Feinstaub pro Jahr fordert die DUH eine Filterpflicht für alle neuen Holzöfen sowie eine Pflicht zum Nachrüsten aller alten Holzöfen.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Unsere Aktion mit Anträgen in 338 Kommunen zeigt, wie sehr der Feinstaub aus der Holzfeuerung die Menschen belastet. Durch die aktuell stark steigende Nachfrage nach Holz als Wärmequelle droht eine weitere Verschlechterung der Situation in Wohngebieten. Dass sich die Städte und Gemeinden auf die aus wissenschaftlicher Sicht veralteten EU-Grenzwerte berufen und untätig bleiben, ist fahrlässig und zu kurz gedacht. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt bereits seit letztem Jahr einen um 80 Prozent niedrigeren Feinstaubgrenzwert. Wir fordern Bund, Länder und insbesondere die Kommunen dazu auf, mit einer Filterpflicht für Holzöfen für Saubere Luft zu sorgen.“

In den vorliegenden Antworten der Kommunen meldete die Mehrheit zurück, dass sie aufgrund der eingehaltenen Grenzwerte derzeit keine Handlungsmöglichkeiten und -bedarf sehen. Dabei sorgt ungefilterte Holzfeuerung nicht nur für eine höhere Feinstaubbelastung, sondern heizt aufgrund der klimaschädlichen Rußpartikel auch die Klimakrise weiter an. Was Kommunen bereits jetzt tun können und inwiefern die Gesetzgebung für eine flächendeckende Filterpflicht angepasst werden muss, hat die DUH in einem neuen Maßnahmenpapier zusammengefasst.

Dazu Hannah von Blumröder, Referentin für Luftreinhaltung bei der DUH: „Die Kommunen dürfen sich nicht auf den laschen Grenzwerten der EU ausruhen. Damit schaden sie wider besseren Wissens der Gesundheit der Menschen. Instrumente wie Informationskampagnen, regionale Förderprogramme oder Pilotprojekte zur Filternachrüstung können bereits jetzt umgesetzt werden und einen wichtigen Beitrag für Saubere Luft leisten. Positivbeispiele zeigen, in welche Richtung es gehen muss: In Aschaffenburg etwa wird beim Verkauf städtischer Grundstücke der Betrieb von Scheitholzöfen untersagt. Ausnahmen gelten nur für Anlagen, die die strengen Anforderungen des Blauen Engels für Kaminöfen erfüllen. Auch andere Städte müssen nun mitziehen und dafür sorgen, dass künftig nur Holzöfen betrieben werden, die dem Standard des Blauen Engels entsprechen und mit einem Filter ausgestattet sind. Die Grünen in NRW haben unsere Forderungen bereits aufgegriffen und bessere Möglichkeiten für kommunale Maßnahmen sowie ein Förderprogramm für ‚Saubere Kamine‘ im Landtag eingefordert.“

Im Herbst 2021 hatte die DUH die Mitmach-Aktion „Kein Ofen ohne Filter“ initiiert und alle Bürger dazu aufgerufen, mittels individualisierter Musterschreiben das Oberhaupt ihrer Kommune aufzufordern, Maßnahmen gegen die Schadstoffbelastung aus Holzöfen zu ergreifen. So wurden Städte und Gemeinden auch auf besonders durch Holzrauch belastete Gebiete aufmerksam gemacht. Parallel dazu hatte die DUH in über 100 deutschen Städten und Gemeinden eine Filterpflicht für Holzöfen beantragt. Darunter Städte, in denen die Feinstaubbelastung laut Daten der Europäischen Umweltagentur die neuen Grenzwertempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) überschreiten sowie Kommunen, die den Klimanotstand ausgerufen haben.

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