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Die Pandemie fordert die Gesundheitsämter in extremem Ausmaß. Dennoch haben die Gesundheitsämter viele andere Aufgabenbereiche, die nicht an Bedeutung verloren haben, auch wenn sie während der Pandemie meist nur mit einer Notbesetzung oder gar nicht bearbeitet werden konnten. Das Motto für den Tag des Gesundheitsamtes 2022 lautet daher „Das Gesundheitsamt – Ihr Public-Health-Institut vor Ort“. „Die rund 400 Gesundheitsämter in Deutschland sind eine zentrale Säule für den Schutz und die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung“, betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, anlässlich des Tages des Gesundheitsamts am 19. März.

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Im Unterschied zur ärztlichen Tätigkeit in Krankenhäusern oder Arztpraxen, die vorwiegend individualmedizinisch ausgerichtet ist, sind im Öffentlichen Gesundheitsdienst bevölkerungsbezogene Aspekte mit präventivem Ansatz von Bedeutung. „Damit haben die Gesundheitsämter einen viel größeren Einfluss auf die Gesundheit, als vermutlich vielen bewusst ist“, unterstreicht Lothar H. Wieler. Besonderes Augenmerk richten die Gesundheitsämter auf Bevölkerungsgruppen, für die kein oder ein erschwerter Zugang zur gesundheitlichen Regelversorgung gegeben ist, z.B. Geflüchtete.

Die Bandbreite der Aufgaben ist groß. Zu den Aufgaben des Gesundheitsamtes zählen zum Beispiel Kita- und Einschulungsuntersuchungen, bei denen unter anderem Gewicht, Impfstatus oder Sprachfertigkeit erfasst werden, um notwendigen Förderbedarf bei betroffenen Kindern zu identifizieren. Die Gesundheitsämter bieten auch Beratungs- und Hilfsangebote für psychisch kranke Menschen, chronisch kranke sowie körperlich behinderte bzw. von Behinderung bedrohte Menschen, teils in Bereichen in denen niemand sonst tätig ist. Hinzu kommen Beratungs- und Unterstützungsangebote für Familien mit Kleinkindern, Mütter- und Schwangerenberatungen, Kontroll- und Überwachungsaufgaben im Bereich der Krankenhaus-, Umwelt- und Seuchenhygiene, die Erstellung amtsärztlicher Gutachten von der Einstellung bis zur Dienstfähigkeit, die kommunale Gesundheitsberichterstattung und die Politikberatung.

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Die Ressourcen zur Unterstützung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes wurden zuletzt gestärkt. Im Ende 2020 beschlossenen „Pakt für den ÖGD“ werden vom Bund umfangreiche Maßnahmen zur nachhaltigen Unterstützung des ÖGD sowie die dafür notwendigen finanziellen Ressourcen für Personal und Digitalisierung zur Verfügung gestellt. Zur Unterstützung zukunftsfähiger Strukturen im Öffentlichen Gesundheitsdienst wurde 2021 ein Beirat eingerichtet, in dem auch das Robert Koch-Institut vertreten ist.

Den Tag des Gesundheitsamtes hat das Robert Koch-Institut erstmals 2019 ausgerufen, um die Arbeit der rund 400 Gesundheitsämter zu würdigen und auf ihre Situation hinzuweisen – die personelle Ausstattung war zuvor über viele Jahre gesunken. Der 19. März ist der Geburtstag von Johann Peter Frank. Der Mitte des 18. Jahrhunderts geborene Arzt und Sozialmediziner gilt als Begründer des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Einen Tag des Gesundheitsamtes oder „Local Health Authority Day“ gab es zuvor auch auf internationaler Ebene nicht. Leistungsfähige lokale Gesundheitsbehörden sind überall auf der Welt das Rückgrat aller Bemühungen um die Gesundheit der Bevölkerung.

Weitere Informationen: www.rki.de/tag-des-gesundheitsamtes

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