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Die Rolle pflegender Angehöriger für die Pflegebedürftigen und für das Gesundheitssystem ist von enormer Bedeutung. Viele Menschen müssen sich wegen der Corona-Pandemie verstärkt um pflegebedürftige Angehörige kümmern. Durch den engen Kontakt besteht ein erhöhtes Risiko einer Infektion oder Übertragung des Corona-Virus. Bisher wird die Gruppe der pflegenden Angehörigen in der Nationalen Test- und auch Impfstrategie nicht gesondert berücksichtigt.

Das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene (IMMB) der Universitätsmedizin der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg startet ab April eine Pilotstudie im Raum Magdeburg. Zum einen soll die Rolle von pflegenden Angehörigen als Überträger des SARS-CoV-2 evaluiert werden. Zum anderen sollen die Alltagstauglichkeit von verschiedenen Testverfahren sowie die allgemeine Akzeptanz in dieser Bevölkerungsgruppe untersucht werden. Die Studie soll wichtige Daten zur Früherkennung von COVID-19-Infektionsketten und damit zur Eindämmung der Pandemie liefern. Für die Studie werden noch Teilnehmer*innen gesucht.

„Es gibt bisher keine Empfehlung für eine Testung dieser Personengruppe. Außerdem ist unklar, wie hoch der Anteil der Personen mit durchgemachter Infektion ist, wie viele Personen bereits geimpft wurden und wie die generelle Einstellung zum Impfen ist. In dieser Studie möchten wir herausfinden, welche Frequenz und Art einer Testung auf SARS-CoV-2 bei pflegenden Angehörigen optimal, für diese akzeptabel und umsetzbar sind. Die Tests sollen den Schutz und die Sicherheit des zu betreuenden Personenkreises erhöhen“, erklärt Prof. Dr. Achim Kaasch, Direktor des Institutes für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene und Leiter der Studie.

In der Pilotstudie werden 45 Teilnehmer über 6 Wochen in unterschiedlichen Frequenzen einen Antigen-Selbsttest durchführen und zudem Speichelproben für eine PCR-Testung einsenden. Die Ergebnisse werden in wöchentlichen telefonischen Gesprächen zusammen mit der Beantwortung von standardisierten Fragen zu Kontakten im persönlichen und beruflichen Bereich, Durchführbarkeit sowie Akzeptanz des Antigen-Schnelltestes durch die Studienmitarbeiter abgefragt. Um eine zurückliegende Infektion zu erkennen, wird den Teilnehmern zu Beginn und am Ende des Studienzeitraums Blut für die Bestimmung von Antikörpern abgenommen. Über die Ergebnisse der Tests werden die Studienteilnehmer informiert. Für die Zeit der Studie werden die Antigen-Tests kostenlos bereitgestellt.

Die Studie wird im Rahmen des Bundesprojektes „B-FAST – Bundesweites Forschungsnetz Angewandte Surveillance und Testung“ umgesetzt. Surveillance umfasst die Beobachtung, Analyse, Interpretation und Berichterstattung von Gesundheitsdaten. Die Corona-Pandemie zeigt, dass unterschiedliche Test- und Überwachungsstrategien für die Gesamtbevölkerung, die Schulen und Kitas, eventuelle Risikobereiche und Kliniken benötigt werden. B-FAST entwickelt eine Plattform, in der solche Strategien erprobt werden können. Dafür führt es unterschiedliche Analysen und Bewertungen zusammen. So unterstützt es Strategien, die nicht nur in der akuten Krise helfen, sondern auch auf künftige Pandemien übertragen werden können.

Die Studie „SuRIP – Surveillance von pflegenden Angehörigen mit engem Kontakt zu Personen aus Risikogruppen im Raum Magdeburg in der SARS-CoV-2-Pandemie“ wird im Rahmen des Netzwerks der Universitätsmedizinen (NUM) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von 296.000 Euro gefördert und erfolgt in Zusammenarbeit mit:

• der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin des Kindes- und Jugendalters (KKJP)
• dem Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISMG) und
• dem Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme, Magdeburg.

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