Foto: Hardy Welker
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Ein versiegender Weiher als Alarmzeichen für die ganze Region: Mit deutlichen Worten warnt die BUND Regionalgruppe Bliesgau vor dem Zustand des Beeder Brünnchens. Für die Umweltschützer handelt es sich keineswegs um das lokale Problem eines einzelnen Gewässers, sondern um ein Symptom für die zunehmend angespannte Wasserlage im gesamten Raum Homburg.

Die Lage am Weiher selbst spricht aus Sicht der Gruppe eine klare Sprache. Die Quellspeisung ist weitgehend zum Erliegen gekommen, das Wasser bewegt sich kaum noch, und Algen breiten sich massiv aus. „Wir müssen endlich aufhören, solche Entwicklungen als einzelnes Problem eines Weihers zu betrachten. Das Beeder Brünnchen ist ein deutliches Warnsignal für die angespannte Wassersituation in unserer Region“, erklären Katrin Lauer und Adam Schmitt, die als Sprecherin und Sprecher der Regionalgruppe auftreten.

Foto: Katrin Lauer

Dass es nicht beim Weiher bleibt, zeigt der Blick in die Umgebung. Quellen an den Hängen und in der Talaue des Buntsandsteins führen nur noch wenig oder gar kein Wasser mehr. Der Marksweiher im Taubental ist ausgetrocknet, und auch zahlreichen artesischen Quellen in der Talaue fehlt die nötige Speisung. Als besonders heikel bewertet der BUND dies vor dem Hintergrund der hohen Grundwasserförderung in der Region.

Genau hier setzt eine zentrale Forderung an: Der Zusammenhang zwischen Grundwasserentnahme, Grundwasserneubildung und dem Zustand der Oberflächengewässer müsse endlich belastbar untersucht und öffentlich dargestellt werden. Aktuelle und nachvollziehbare Daten zur Grundwasserneubildung in der Saarpfalz fehlten bislang. Sich angesichts zunehmender Hitze- und Dürreperioden weiterhin auf ältere Messungen zu stützen, hält die Gruppe für unzureichend.

Foto: BUND Regionalgruppe Bliesgau

Für den BUND ist der Klimawandel damit längst auch eine Wasserkrise. „Wenn Quellen versiegen, Bäche trockenfallen und Gewässer sich stark erwärmen, verändert sich das gesamte Ökosystem. Das betrifft Amphibien, Libellen, Kleinstlebewesen und zahlreiche weitere Arten“, heißt es. Auch die starke Entwicklung von Blaualgen sei ernst zu nehmen, denn hohe Temperaturen, niedrige Wasserstände und eine hohe Nährstoffbelastung setzten die Gewässer zusätzlich unter Druck.

Einer verkürzten Erklärung widerspricht die Gruppe ausdrücklich: Die Fütterung von Wasservögeln allein trage keine Hauptschuld. Vielmehr spielten organische Einträge wie Laub und Totholz sowie deren jahrelange Anhäufung eine erhebliche Rolle für Schlammbildung und Sauerstoffhaushalt. Der heiße Sommer habe die ohnehin kritische Situation weiter verschärft. Statt einzelne Ursachen gegeneinander auszuspielen, brauche es eine Gesamtbetrachtung von Gewässer und Wasserhaushalt.

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Foto: Katrin Lauer

In der Verantwortung sieht der BUND nun die Stadt Homburg, die nach eigenen Angaben unter anderem für die Unterhaltung von Gewässern dritter Ordnung zuständig ist. Gefordert werden eine aktuelle Untersuchung des Weihers und seiner Quellspeisung, eine belastbare Bewertung von Wasserhaushalt und Grundwassersituation sowie die Prüfung kurzfristiger Sanierungsmaßnahmen. Hinzu kommen eine Bewertung der ökologischen Folgen und eine transparente Information darüber, welche Schritte wann und mit welchen Mitteln umgesetzt werden sollen.

Dass das Gebiet besonders schützenswert ist, hat die Stadt nach Darstellung der Gruppe selbst betont: Der Bereich Beeder Brünnchen und Mastau gilt als ökologisch wertvoller Landschaftsraum und ist als FFH-relevanter Lebensraum dokumentiert. Die Botschaft der Umweltschützer bleibt eindringlich. „Wir brauchen jetzt keine Beschwichtigung, sondern eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Ursachen und konkrete Schritte“, so Lauer und Schmitt. „Wasser ist unsere Lebensgrundlage. Wir müssen jetzt handeln – nicht erst, wenn die Quellen dauerhaft versiegt sind.“

Foto: Katrin Lauer
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