Foto: MUKMAV / Kathrin Hinsberger
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Weniger Ertrag, dafür umso mehr Aroma: Der Weinjahrgang 2026 stellt die Winzer im saarländischen Dreiländereck vor eine zwiespältige Bilanz. Beim Besuch von Ministerin Petra Berg auf dem Weingut Marx in Perl-Sehndorf wurde am 8. Oktober deutlich, wie sehr die extremen Wetterlagen der vergangenen Monate die Reben geprägt haben.

Im Zuge ihrer Tour „Heimat näher im Blick“ ließ sich die Ministerin durch die Weinberge führen und sprach mit der Winzerfamilie über die Lese und die Perspektiven des Weinbaus an der Obermosel. Die Ernte, so das Fazit, sei zwar gesund und geschmacklich vielversprechend ausgefallen – bei der Menge bleibe sie jedoch deutlich hinter den Vorjahren zurück.

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„Jedes Wein-Jahr ist anders und genau das macht den jährlich neu entstehenden saarländischen Wein immer wieder so besonders“, sagte Berg. Zugleich benannte sie die Belastungen: „Extreme Wetterlagen fordern die Rebstöcke jedoch enorm und führen zu erheblichen Veränderungen.“ Neben den klimatischen Herausforderungen müssten die Betriebe auch auf den sinkenden Weinkonsum reagieren und neue Absatzwege erschließen.

Verantwortlich für die magere Erntemenge ist vor allem eine lange Trockenphase. Über das gesamte Jahr fiel kaum Regen, während die Temperaturen zeitweise über 40 Grad Celsius kletterten. Nur gut etablierte Reben mit tiefen Wurzeln konnten sich noch aus unteren Bodenschichten mit Wasser versorgen. Weil trockene Böden kaum Nährstoffe freisetzen, litten die Pflanzen zusätzlich unter Mangelernährung – die Trauben blieben klein, die Erträge schrumpften.

Gerade diese kleinen Beeren könnten sich am Ende aber als Glücksfall erweisen. Da ein Großteil der Aromen in der Schale steckt und das Verhältnis von Schale zu Fruchtfleisch bei kleinen Beeren günstiger ausfällt, deutet vieles auf einen besonders aromatischen Jahrgang hin. Hitze und intensive Sonneneinstrahlung sorgten zudem für einen hohen Zuckergehalt, was einen gehaltvollen Wein erwarten lässt. Krankheiten und Infektionen hatten in der trockenen Witterung kaum eine Chance, sodass die Lese insgesamt gesund blieb.

Der saarländische Qualitätswein wächst im äußersten Nordwesten des Landes, im Dreiländereck an der Obermosel. Nur in den Grenzorten Perl, Oberperl, Sehndorf und Nennig wird im Saarland überhaupt Qualitätswein erzeugt. Das Gebiet gehört zum Anbaugebiet Mosel, genauer zum Bereich „Moseltor“. Prägend ist hier der Muschelkalkboden, der den Weinen einen eigenen, raren Charakter verleiht.

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Das Weingut Marx liegt mitten in diesem kleinen Weinbaugebiet und wird in dritter Generation von Stefan Marx geführt. Auf rund vier Hektar Rebfläche gedeihen unter anderem Auxerrois, Weißer und Grauer Burgunder sowie die seltenere Sorte Morio-Muskat – Sorten, die den besonderen Ruf der Region mittragen.

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