Ein Balkon, der zum Refugium für Wildbienen wird. Sieben Tonnen Sand, aufgeschüttet für neue Nistplätze. Ein Friedhof, auf dem ein NaturSchauGarten entsteht. Die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschland summt!-Pflanzwettbewerbs 2026 beweisen vor allem eines: Lebensraum für Insekten lässt sich fast überall schaffen – ob im Kleinen oder im Großen.
Am Samstag, 19. September 2026, ehrte die Stiftung für Mensch und Umwelt die besten Beiträge aus dem gesamten Bundesgebiet. Schauplatz der Prämierungsfeier waren die Gärten der Welt in Berlin, wo sich rund 150 Gäste versammelten. Insgesamt vergab die Stiftung in diesem Jahr 47 Auszeichnungen an Projekte, die sich dem Schutz von Wildbienen und der Anlage naturnaher Gärten verschrieben haben.
Wie breit dieses Engagement gefächert ist, machte Andreas Kraus, Staatssekretär für Klimaschutz und Umwelt der Berliner Senatsverwaltung, in seinem Grußwort deutlich. Der Schutz biologischer Vielfalt brauche zwar politische Rahmenbedingungen, sagte er, doch ebenso Menschen, die vor Ort Verantwortung übernähmen. Der Wettbewerb zeige, „wie viel dabei gemeinsam erreicht werden kann“.
Die Zahlen des elften Wettbewerbsjahrs untermauern diesen Eindruck. 286 Beiträge trafen aus ganz Deutschland ein, rund 4.000 Menschen packten mit an. Gemeinsam gestalteten sie 17 Hektar naturnah: Sie entsiegelten versiegelte Flächen, setzten heimische Wildpflanzen, legten Teiche und Sandarien an und schufen mit Totholz, Trockenmauern und offenen Bodenstellen neue Lebensräume. Am stärksten vertreten waren große und kleine Privatgärten, gefolgt von Schulgärten und kommunalen Flächen. Die meisten Einreichungen stammten mit 54 Beiträgen aus Nordrhein-Westfalen.
Doch der Wettbewerb misst nicht nur Quadratmeter. Entscheidend ist der Wissenstransfer, der weit über den eigenen Gartenzaun hinausreicht. Die Teilnehmenden geben ihre Erfahrungen weiter – bei Führungen, auf Pflanzentauschbörsen, in Aktionen mit Kindern und Jugendlichen, über Pressearbeit oder Social Media.
„Uns ist wichtig, dass die guten Ideen nicht am eigenen Gartenzaun enden“, betont Dr. Corinna Hölzer, Leiterin der Stiftung für Mensch und Umwelt. Die Preisträgerinnen und Preisträger zeigten, was auf ganz unterschiedlichen Flächen möglich sei, und nähmen andere mit. Über gute Beispiele, Austausch und Freude solle „der Funke der Begeisterung weitergetragen werden“.
Welches Potenzial allein in privaten Gärten steckt, verdeutlicht eine aktuelle Auswertung von KfW Research. Deutschlands rund 17,2 Millionen Gärten erstrecken sich über etwa 7.000 Quadratkilometer. 79 Prozent der Gartenhaushalte setzen bereits gezielt auf heimische Nahrungspflanzen für Tiere, 93 Prozent verzichten auf Pestizide und synthetischen Dünger. Gegenüber 2015 haben diese Maßnahmen spürbar zugenommen – ein Zeichen dafür, dass das Umdenken längst in den Alltag vieler Menschen eingezogen ist.
Den Deutschland summt!-Pflanzwettbewerb gibt es seit 2016. Jahr für Jahr ruft die Stiftung dazu auf, Gärten und Grünflächen naturnah zu gestalten und Wissen wie Begeisterung weiterzugeben. Finanzielle Unterstützung erhielt der Wettbewerb 2026 von der Breitsamer + Ulrich GmbH & Co. KG sowie den Schwartauer Werken.

















