Homburg zwischen 1900 und 1975 – festgehalten auf vergilbten Fotografien und alten Postkarten: Wer sich für die Alltagsgeschichte der Stadt interessiert, findet derzeit im Foyer des Rathauses Am Forum einen ungewöhnlichen Rückblick. Rund 50 Aufnahmen aus der privaten Sammlung von Lothar Bender sind dort noch bis Freitag, 11. September, während der Öffnungszeiten zu sehen.
Eröffnet wurde die Schau am vergangenen Mittwoch, 19. August, gemeinsam von Bürgermeister Manfred Rippel und dem 82-jährigen Sammler aus der Birkensiedlung. Die Bilder und Dokumente verteilen sich auf mehrere Stellwände im Wartebereich des Erdgeschosses – ein Ort, an dem sonst geduldig gewartet wird und der nun zum Fenster in die Vergangenheit der Stadt wird.
Die Idee kam von Bender selbst, wie Rippel bei der Eröffnung schilderte. Der Sammler sei vor einiger Zeit auf ihn zugekommen, um einige ausgesuchte Stücke seiner umfangreichen Sammlung im Rathaus zu präsentieren. Zugestimmt habe er dem gern. „Lothar Bender ist nicht nur seit Jahrzehnten in besonderer Weise an der Geschichte seiner Heimatstadt Homburg interessiert, er sammelt auch seit langer Zeit Bilder und Dokumente über Homburg“, sagte der Bürgermeister. Zu jeder Aufnahme wisse Bender eine Geschichte, die tiefe Einblicke in den früheren Alltag der Stadt eröffne.

Besonders würdigte Rippel die Bereitschaft des Hobbysammlers, sein Wissen zu teilen. In den vergangenen Jahren zeigte Bender Ausschnitte seiner Sammlung bereits im Saalbau, im Casino des Universitätsklinikums und im Siebenpfeifferhaus. Darüber hinaus liefert er regelmäßig Beiträge für die Saarpfalz-Jahrbücher, unterstützt Schulklassen mit seinem Fachwissen und gestaltet jährlich einen Kalender, der in der Tourist-Info der Stadt erhältlich ist.
„Für dieses ehrenamtliche Engagement gebührt ihm unser besonderer Dank“, betonte der Bürgermeister. Anschließend ließ er sich mehrere Motive genauer erklären – Aufnahmen aus dem Sport, von längst verschwundenen Gaststätten und Geschäften sowie von der früheren Anstalt.
Seit seinem Eintritt in den Ruhestand widmet sich Bender mit großer Hingabe der Homburger Vergangenheit. Er trägt Fotos, Postkarten und Unterlagen zusammen, die teils aus der eigenen Familie stammen, teils von Freunden und Bekannten geschenkt oder auf Flohmärkten aufgestöbert wurden.
Für Schulklassen oder Gruppen wie Geschichts-AGs gibt es ein besonderes Angebot: Wer sich bei der Pressestelle der Stadtverwaltung Homburg (Telefon 06841/101-201 oder per E-Mail an pressestelle@homburg.de) meldet, kann Bender während des Rathausbesuchs auf Wunsch als persönlichen Ansprechpartner treffen. Dann erzählt er nicht nur zu den ausgestellten Bildern, sondern auch weit darüber hinaus aus der Stadtgeschichte.





















