Foto: Verena Schuster/Stadtverwaltung
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Mitten in der Stadt, zwischen Rathaus und Stadtpark, haben vier unscheinbare Haufen aus Zweigen und Ästen in der vergangenen Woche eine neue Funktion übernommen: Sie sollen Lebensraum schaffen – für Insekten, Vögel, Amphibien und kleine Säugetiere. Mit dem Aufbau von vier Totholzhaufen geht die Stadt Homburg einen weiteren Schritt in Richtung praktischer Biodiversitätsförderung im urbanen Raum.

Zwei der Haufen befinden sich im Stadtpark, zwei weitere auf der Grünfläche vor dem Rathaus. Geplant und umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam von den städtischen Abteilungen für Tiefbau, Umwelt, Grünflächenpflege und Klimaschutz. Die Federführung lag bei Verena Schuster von der Tiefbauabteilung. „Totholz“ klingt für viele nach Abfall – ist aber in Wahrheit ein echter Lebensspender: Es bietet Verstecke, Brutplätze und Nahrungsquellen für eine Vielzahl von Tierarten und fördert durch den Zersetzungsprozess zugleich die Bodenqualität.

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Gerade in bebauten, versiegelten Gebieten fehlt es Insekten und Kleintieren zunehmend an natürlichen Rückzugsorten. Totholzhaufen gelten daher als einfache, aber wirksame Maßnahme, um dem Verlust von Lebensraum aktiv entgegenzuwirken. Je nach Standort – sonnig oder schattig, feucht oder trocken – zieht das Holz unterschiedliche Arten an. Schon nach kurzer Zeit zeigte sich der erste Erfolg: Ein Molch wurde im feuchten Bereich des Stadtparks gesichtet, eine schwarze Holzbiene am sonnigen Standort.

„Dass sich nach weniger als 24 Stunden erste Tiere angesiedelt haben, zeigt, wie dringend solche Strukturen gebraucht werden“, erklärt Schuster. Das verwendete Holz stammt aus dem Beeder Biotop – dort musste es wegen häufiger Überschwemmungen entfernt werden, da es Kanäle verstopfte. Nun erhält es in der Innenstadt eine neue, sinnvolle Aufgabe.

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Beobachten statt betreten

Um die Ansiedlung nicht zu stören, werden die Totholzhaufen in den kommenden Tagen mit kleinen Zaunelementenmarkiert. Auch das Mähen der umliegenden Flächen wird ausgesetzt. Die Stadt bittet alle Passanten: Nicht betreten, nicht verändern – einfach beobachten. Erfahrungen mit dem Projekt sollen später mit der Öffentlichkeit geteilt werden.

Ein Haufen wird zudem mit heimischem Thymian bepflanzt, um zu zeigen, wie sich naturnahe Gestaltung mit ästhetischen Akzenten verbinden lässt.

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Kleine Taten, große Wirkung: Was jeder tun kann

Auch im privaten Garten lässt sich viel für die Artenvielfalt tun. Verena Schuster und Klimaschutzmanagerin Andrea Lippmann ermutigen deshalb Bürgerinnen und Bürger, selbst kleine Totholzhaufen anzulegen – mit Zweigen, Ästen und Laub, das bei der Gartenpflege ohnehin anfällt. Am besten auf unversiegelter Fläche, egal ob Rasen, Erde oder Mulch. Das Prinzip: Je vielfältiger das Material, desto größer der Nutzen.

„Die meisten Insekten sind völlig harmlos – aber unverzichtbar für unser Ökosystem“, sagt Schuster. Als Bestäuber, Schädlingsregulierer und Nahrung für andere Tiere übernehmen sie Aufgaben, die der Mensch nur mit großem Aufwand ersetzen könnte. Ein naturnaher Garten, ob groß oder klein, ist daher ein wertvoller Beitrag – nicht nur für Bienen und Igel, sondern für alle.

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