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Sportlich gesehen will man in der Tabelle immer vorne stehen. Die Polizeiinspektion St. Wendel freut sich jedoch darüber, dass der Landkreis St. Wendel, bezogen auf die Kriminalitätsstatistik, erneut den „letzten“ Platz belegt.

Die Zahl der registrierten Straftaten nahm zwar um 274 auf 3.566 leicht zu, jedoch bildet dieser Wert im Saarlandvergleich weiterhin das Schlusslicht. Positiv kann vor allem bewertet werden, dass die Aufklärungsquote auf gute 55,6% gesteigert werden konnte.

Die kreisangehörigen Kommunen Freisen, Nonnweiler, Tholey, Marpingen, Namborn und Oberthal schafften es im Vergleich aller saarländischen Gemeinden erneut alle in das hintere Drittel der Rangfolge. Die landesweit „sicherste Gemeinde“ mit der geringsten Fallzahlenbelastung ist die Gemeinde Oberthal. Nohfelden liegt – nicht zuletzt aufgrund seiner überregional bekannten touristischen Prägung mit teilweise deutlich erhöhtem Personenaufkommen – erwartungsgemäß im mittleren Teil der Statistik. Die Kreisstadt selbst nimmt als sog. Oberzentrum erneut einen Platz im vorderen Drittel der Statistik ein, wobei jedoch alle sonstigen Kreisstädte im Land eine deutlich stärkere Kriminalitätsbelastung aufweisen.

Ein Blick auf die Deliktsbereiche soll die festgestellten Schwerpunkte verdeutlichen. Fälle von Mord und Totschlag gab es 2016, wie in den Vorjahren auch, keine im St. Wendeler Land. In hiesiger Region stehen vielmehr Tatbestände wie Sachbeschädigung (462 Fälle), Körperverletzung (388 Fälle) oder Warenbetrug, häufig unter Verwendung des Tatmittels Internet (176 Fälle), im Vordergrund. Diese Delikte haben allesamt zugenommen.

Zu vernachlässigen ist auch nicht die steigende Zahl an Beleidigungen (von 149 auf 163 Fälle) sowie der unverändert hohe Wert an Widerstandshandlungen zum Nachteil von Polizeivollzugsbeamten. Nicht selten werden dabei auch Polizisten verletzt. Erfreulich dagegen ist die Entwicklung im Bereich der Einbruchskriminalität. Ein Blick auf den Wohnungseinbruchsdiebstahl zeigt, dass die Zahl an registrierten Fällen auf 95 gesunken ist.

Polizeirat Martin Walter stellt zusammenfassend fest: „Die zahlenmäßige Entwicklung der Kriminalität hat sich auch im Berichtsjahr 2016 trotz geringfügiger Anstiege auf einem erfreulich niedrigen Niveau etabliert. Vor allem im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls ist es durch intensivierte Bemühungen gelungen, eine signifikante Reduzierung der Fallzahlen zu bewirken. Gerade in diesem besonders sozialschädlichen Deliktsbereich hat sich engagierte Präventions- und Ermittlungsarbeit ausgezahlt. Erklärtes Ziel ist es, diese Entwicklung nach vorne hin zu stabilisieren sowie insbesondere auch Straftaten im öffentlichen Raum wirksam zu bekämpfen. Nicht zuletzt durch die  Ansiedlung der Operativen Einheit in St. Wendel konnte der Kontrolldruck in allen wesentlichen Deliktsbereichen deutlich erhöht werden.“

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