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„Pflegende Angehörige leisten den Hauptteil der Pflege in Familien und erfüllen anspruchsvolle und wichtige Aufgaben, deren Stellenwert in Anbetracht der demografischen Entwicklung weiter wachsen wird“, erklärt Stephan Kolling, Staatssekretär für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. Mit der „Pflegemedaille des Saarlandes“ würdigt die Landesregierung das ehrenamtlich geleistete Pflegeengagement. Am Montag, 4. Dezember 2017 haben 5  Bürgerinnen und Bürger aus dem Saarpfalz-Kreis die Pflegemedaille als Dank und Anerkennung für ehrenamtliche Arbeit in der Pflege und Betreuung erhalten.

Ausgezeichnet wurde der 92-jährige Wilhelm Caster aus Homburg-Erbach. Caster betreut seine Ehefrau Hedwig trotz seines eigenen hohen Alters und ermöglicht es ihr so, in den eigenen und gewohnten vier Wänden zu verbleiben. Der Träger der Bürgermedaille der Stadt Homburg liest seiner Frau oft vor und sorgt rund um die Uhr für Sie. Auszeichnungswürdig ist auch die Leistung von Gisela Firmery (79), die aus Blieskastel-Altheim stammt. Seit 20 Jahren schon pflegt sie ihren Ehemann Wolfgang. Auch ihre beiden Kinder unterstützen sie dabei tatkräftig.

Eine weitere Auszeichnung mit der Pflegemedaille erhielt Karin Heil (62) aus Bexbach. Sie wurde von ihrem Ortsvorsteher für die liebevolle Betreuung ihres erkrankten Sohnes vorgeschlagen. 24 Stunden ist sie für ihren Sohn Dominik da. Auch Herr Vinzenz (91) und Herr Volker Ruoff (59), beide aus St. Ingbert erhielten die Pflegemedaille des Saarlandes. Sie pflegen gemeinsam die Tochter, beziehungsweise Schwester Irmgard, die seit ihrer Geburt auf Hilfe angewiesen ist. Aufgrund des hohen Alters seines Vaters übernimmt Volker Ruoff immer mehr die Verantwortung für seine Schwester.

„Alle Vorgeschlagenen haben sich nicht nur um ihre Angehörigen verdient gemacht, alle haben ein wichtiges Signal gesetzt, indem sie familiäre Pflege sicherstellen und pflegebedürftigen Menschen den bevorzugten Verbleib in der vertrauten Umgebung ermöglichen. Pflege und Betreuung sind nicht zuletzt eine Herzenssache“, betonte Kolling. „Pflege zuhause ist ohne die Bereitschaft und den Einsatz pflegender Angehörigen nicht möglich. Ehrenamtliche Pflegepersonen ergänzen die Arbeit der professionellen Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten und ermöglichen vor allem den Verbleib pflegebedürftiger Menschen in ihrer vertrauten, häuslichen Umgebung, wodurch ein Wechsel in ein Heim verzögert bzw. vermieden werden kann.“

Auch Kreisbeigeordneter Dieter Knicker, der in Vertretung für Landrat Dr. Theophil Gallo an der Verleihung der Pflegemedaillen teilnahm, lobte das außerordentliche Engagement der ausgezeichneten Pflegepersonen: „Ich bin zutiefst beeindruckt von diesem aufopferungsvollen Einsatz für die Familie, der gerade in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich ist. Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle der Pflegestützpunkt des Saarpfalz-Kreises, der als Anlaufstelle für Pflegebedürftige und deren Angehörige zur Verfügung steht. Im Herbst konnte das Angebot des Pflegestützpunktes durch eine Kooperationsvereinbarung mit dem Kreiskrankenhaus St. Ingbert erweitert werden, sodass auch eine intensive und bedarfsgerechte Unterstützung vor, während und nach einem stationären Aufenthalt gewährleistet werden kann“.

Hintergrund Pflegemedaille:

Rund 20.000 pflegebedürftige Menschen werden im Saarland zu Hause betreut. Diese verantwortungsvolle Aufgabe, die Angehörige mit viel Liebe und Fürsorge oftmals rund um die Uhr ausüben, verdient gesamtgesellschaftliche Anerkennung ebenso wie Unterstützung beispielsweise dadurch, dass pflegende Angehörige ihre Arbeitszeiten auf die Erfordernisse der Pflege abstimmen können. Hierzu bietet das Gesetz zur Familienpflegezeit die Grundlage. Genauso wichtig ist allerdings, dass in der Berufswelt die in Familien geleistete Pflege von Angehörigen in gleicher Weise anerkannt wird wie die Erziehung von Kindern.

Um das Augenmerk noch stärker auf den Einsatz pflegender Angehöriger zu lenken, zeichnet die Landesregierung herausragendes, ehrenamtliches Engagement mit der Pflegemedaille aus. Es werden Personen ausgezeichnet, die ihren Wohnsitz im Saarland haben und die einen pflegebedürftigen, kranken oder behinderten Menschen im häuslichen Bereich unentgeltlich über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren gepflegt und betreut haben.

Vorschlagsberechtigt sind Kirchen und Religionsgemeinschaften, Verbände der freien Wohlfahrtspflege, (Ober-)Bürgermeister und Ortsvorsteher, die privaten Verbände der Alten- und Behindertenhilfe, der Landesseniorenbeirat, der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Selbsthilfegruppen, die Gemeinden und Kreise und jede natürliche Person. Die Ausschreibung erfolgte im Zeitraum von März bis September 2017.

 

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