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Der Siebte Altenbericht der Bundesregierung „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune“ zeigt Lösungsansätze, was vor Ort in Kreisen und Kommunen getan werden kann, um durch zukunftsfähige Gemeinschaften gesellschaftliche Teilhabe und ein gutes Leben im Alter zu ermöglichen. In sechs bundesweit ausgewählten Regionen werden die Empfehlungen und Anregungen des Siebten Altenberichts im Rahmen von Lokalen Fachforen vorgestellt. Der Saarpfalz-Kreis war Gastgeber der Auftaktveranstaltung dieser Veranstaltungsreihe.

Landrat Dr. Theophil Gallo begrüßte die rund hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung im Forum in Homburg, unter denen sich größtenteils Verantwortliche von Wohlfahrtsverbänden und Seniorenbeiräten aber auch politische Vertreter befanden. „Sie haben den Veranstaltungsort zu dieser Auftaktveranstaltung genau richtig gewählt. Mit dem vor zwei Jahren abgeschlossenen Demographiepakt sind wir in diesem Thema mittendrin“, betonte Gallo bei seinen Grußworten an Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Diese bestätigte, dass die Rahmenbedingungen in den Kommunen ausschlaggebend für die Lebensverhältnisse der Menschen sind und dass darüber hinaus eine gute Vernetzung unter den Akteuren von entscheidender Bedeutung sei. Darüber hinaus forderte sie, die Infrastruktur für die älter werdende Gesellschaft zu einer Gemeinschaftsaufgabe zu erklären und somit die Kreise direkt von der Bundesebene aus finanziell zu unterstützen. „Den Menschen ist es egal, ob das Geld von Bund, Land oder Kreis kommt, wichtig ist, dass die Infrastruktur und Dienstleistungen vorhanden sind“, so Ferner.

Auch Prof. Dr. Andreas Kruse von der Universität Heidelberg und Vorsitzender der Siebten Altenberichtskommission betonte, wie wichtig die Stärkung der kommunalen Handlungsebene sei. Zwischen den Kommunen gäbe es deutliche Unterschiede Infrastruktur und Dienstleistungen betreffend. In Gesprächen mit Kommunalvertretern bei der Vorbereitung des Siebten Altenberichts sei immer wieder darauf hingewiesen worden, dass die Grundversorgung zwar gesichert sei, die finanziellen Mittel für kulturell-sozial Angebote für Senioren oder besser Mehrgenerationen jedoch oftmals fehlen. Und die Versorgung durch die kommunale Ebene wird immer wichtiger: „Die familiären Ressourcen werden schwinden. Ab 2030 wird der demographische Wandel soweit fortgeschritten sein, dass es für Familien immer schwieriger werden wird, die Teilhabe und Zugehörigkeit älterer Menschen zu sichern. Und eine Abdeckung der Leistungen über die Pflegeversicherungen wird nicht möglich sein“, so Kruse.

 

Die Vorstellung des Siebten Altenberichts wurde durch verschiedene Fachvorträge ergänzt. Dr. Heidrun Mollenkopf, Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, kommentierte den Siebten Altenbericht aus Sicht der Seniorenorganisationen. Armin Lang, Vorsitzender VdK Saarland e.V. stellt die Bedeutung der Pflegestützpunkte im Saarland heraus. Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun, referierte zum Thema „Gesund alt werden in der Gemeinde“ und Eric Gehl, CEO und Co-founder, Hakisa, stellte das Pilotprojekt „Länger leben zu Hause“ rund um die Themen Gesundheit, Wohnen und Services im Saarpfalz-Kreis vor. Im Foyer fand rund um die Veranstaltung ein Markt der Möglichkeiten statt.

Hintergrundinfo:

In jeder Wahlperiode prüft die Bundesregierung im Rahmen eines Altenberichts, wie gut Menschen im Alter zurechtkommen. Diese Altenberichte schildern einerseits die aktuelle Situation, geben andererseits aber auch Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft. Der Siebte Altenbericht der Bundesregierung wurde von einer elfköpfigen Sachverständigenkommission erstellt.

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