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Wenn der Strom über einen längeren Zeitraum ausfällt, sitzen wir nicht nur im Dunkeln, ein Großteil unseres Versorgungssystems bricht innerhalb weniger Stunden zusammen. In solchen Krisenfällen, zu denen u.a. auch Großschadenlagen oder Naturkatastrophen wie Überschwemmungen zählen, kommt der Katastrophenschutz zum Einsatz. Um helfen zu können, muss er jedoch auf Hilfsmittel zurückgreifen können. Im Saarpfalz-Kreis wurden nun Kooperationsvereinbarungen unterschrieben, mit denen sich sieben Firmen bereit erklären, im Falle einer Krise dem Katastrophenschutz bestimmte Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Im Mai 2013 wurde im Saarpfalz-Kreis die Arbeitsgruppe Stromausfall gegründet, die sich seitdem zwei Mal im Jahr trifft, um Vorkehrungen für Krisenfälle, insbesondere für einen Stromausfall, zu treffen. Der Arbeitskreis setzt sich aus den Verantwortlichen des Katastrophenschutzes und des Gesundheitsamtes des Saarpfalz-Kreises sowie den Energie- und Trinkwasserversorgern der Region zusammen. Initiiert wurde diese Arbeitsgruppe von Kreisbrandinspekteur Uwe Wagner und dem Geschäftsführer der Stadtwerke Bliestal, Bernhard Wendel.

In einem ersten Schritt wurden der Ist-Zustand eruiert und Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausgetauscht. So wurde beispielsweise mithilfe eines Trinkwasser-Katasters ermittelt, wie lange die Trinkwasserversorgung im Falle eines Stromausfalls überhaupt noch möglich ist. Die Wasserversorger haben aufgrund dessen bereits reagiert und Notstrom-Aggregate installiert. Für diese muss dann allerdings auch im Fall der Fälle ausreichend Treibstoff zur Verfügung stehen. Das ist einer der kritischen Punkte, wenn man bedenkt, dass es im gesamten Saarpfalz-Kreis bisher nur eine Notstrom-Tankstelle gibt. Es besteht hier aus Vorsorgegründen Handlungsbedarf.

Sieben Firmen haben nun im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen mit dem Saarpfalz-Kreis ihre Unterstützung im Falle einer Krise zugesagt. Die Firma Sonn Energie GmbH liefert Stromaggregate sowie deren Erstbefüllung mit Treibstoff. Die Kirkeler Erfrischungsgetränke GmbH stellt Wasser in Flaschen sowie loses Trinkwasser zur Verfügung, für das wiederum die Karlsberg-Brauerei drei 5.000-Liter-Anhänger zum Transport bereithält. Toiletten-Wägen, Dixietoiletten sowie das Equipment zur Abwasserentsorgung hält die Firma Toiletten-Service-Saar GmbH vor. Hub-Arbeitsgeräte von der Firma Karlsberg-Logistik-Service GmbH und LKW mit Ladebordwand von der Vendis-Gastro GmbH stehen in einem Krisenfall ebenfalls zur Verfügung. Mit der Firma W-Mayer bestand schon länger eine mündliche Vereinbarung zur Nutzung von Mobilkranen, die in der Vergangenheit beispielsweise schon an der Blieskasteler Stadtmauer zum Einsatz kamen, diese wurde nun jedoch auch schriftlich festgehalten.

vorne v.l.: Andreas Motsch (Geschäftsbereichsleiter für Zentrale, Sicherheit und Ordnung), Michael Dorsch (Kirkeler Erfrischungsgetränke GmbH), Landrat Dr. Theophil Gallo, Markus Meyer (Karlsberg Brauerei), Uwe Wagner (Kreisbrandinspekteur), hinten v.l.: Bernhard Wendel (Stadtwerke Bliestal GmbH), Holger Sonn (Sonn Energie GmbH), Wolfgang Roos (Toiletten Service GmbH), Mike Jäger (Karlsberg Logistik Service GmbH), Jürgen Frisch (Kirkeler Erfrischungsgetränke GmbH), Sven Schirmer (Vendis Gastro GmbH) und Arno Alt (W-Mayer GmbH) bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarungen
Foto: Anika Bäcker/Saarpfalz-Kreis

Auch mit der Firma Öl Schneider wird es eine Vereinbarung geben, die aus organisatorischen Gründen in den nächsten Tagen unterzeichnet wird. Die Firma Öl Schneider wird zu Zwecken des Katastrophenschutzes Diesel für mehrere Tage bereithalten. Zu diesem Zweck wurde nun auf deren Betriebsgelände eine Notstrom-Einspeisemöglichkeit installiert. „Ich bin froh, dass wir diese Vereinbarungen auf den Weg bringen konnten und danke den Unternehmen für ihre Bereitschaft, den Saarpfalz-Kreis und damit den Landrat, der im Krisenfall die Leitung des Katastrophenschutzes übernimmt, in dieser Situation zu unterstützen. Darüber hinaus sind wir an weiteren Kooperationen interessiert, denn auf solche Krisen kann man sich nicht früh und gut genug vorbereiten“, so Landrat Dr. Theophil Gallo.

Bernhard Wendel, Geschäftsführer der Stadtwerke Bliestal ergänzt: „In vielen Gesprächen musste ich feststellen, dass die Bevölkerung sich über die Brisanz des Themas „Stromausfall“ fast überhaupt nicht bewusst ist. Wenn ich erzähle, dass sich Deutschland oder die Region  in nur wenigen Tagen in einem Katastrophenfall befindet, beginnt das Nachdenken. Der Saarpfalz-Kreis und die Beteiligten versuchen Vorkehrungen zu treffen. Jedoch wird dies nicht ausreichen. Hier ist jeder Bürger selbst aufgerufen eigene Vorkehrungen zu treffen.“

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