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Im Saarpfalz-Kreis leiden junge Erwachsene besonders oft unter Kopfschmerzen. Das zeigt der Arztreport der BARMER, der sich auf Versichertendaten aus dem Jahr 2015 stützt. Demnach erhielten 12,9 Prozent der 18- bis 27-Jährigen im Landkreis eine Kopfschmerzdiagnose von ihrem Arzt. Über alle Altersgruppen hinweg war dies bei nur 8,9 Prozent der Landkreisbewohner der Fall. „Die Zahlen könnten ein Indiz für einen besonders hohen der Leistungsdruck bei Jüngeren sein“, sagt Hansjörg Lambrix, Regionalgeschäftsführer der BARMER in Homburg.

Unter den sechs saarländischen Landkreisen liegt der Saarpfalz-Kreis beim Anteil der jungen Erwachsenen mit Kopfschmerzdiagnosen auf dem vierten Platz. Bei der Auswertung über alle Altersgruppen hinweg belegt der Saarpfalz-Kreis ebenfalls Platz vier. „Die Dunkelziffer der von Kopfschmerzen Betroffenen dürfte höher liegen, da nicht jeder wegen Kopfschmerzen zum Arzt geht“, vermutet Lambrix. Kopfschmerzen seien eines der häufigsten Volksleiden.

Eine besondere Form des Kopfschmerzes ist die Migräne. Sie zeichnet sich durch pochende und pulsierende Schmerzen aus, die mit Übelkeit und Erbrechen sowie einer Überempfindlichkeit gegen Licht und Lärm einhergehen. Der Bevölkerungsanteil, dem ein Migränemittel verordnet wurde, liegt im Saarpfalz-Kreis bei 0,9 Prozent. Das ergibt Platz eins im Vergleich aller Landkreise im Saarland.

Als Migränemittel wurden fast ausschließlich Mittel aus der Substanzgruppe der Triptane verordnet. Sie gelten als Wundermittel für Migräne-Patienten, können aber unerfreuliche Nebenwirkungen haben, nämlich Kopfschmerzen. Lambrix mahnt: „Kommen Kopfschmerz- und Migränemittel richtig zum Einsatz, sind sie eine wichtige Hilfe. Aber die Dosis macht das Gift.“ Wer immer wieder zu Medikamenten greife, um Kopfschmerzen loszuwerden, lande im schlimmsten Fall in einem Teufelskreislauf aus Tablettenkonsum und Dauerkopfschmerzen. „Die Betroffenen sitzen dann oft in einer Pillenfalle“, erläutert der Regionalgeschäftsführer.

Zu bevorzugen sei Kopfschmerzprävention. Teils könne schon regelmäßiger Sport zumindest Linderung verschaffen. Die BARMER unterstütze die Aktion „KopfHoch!“, die sich an Studierende richtet und Kopfschmerzattacken deutlich mindern soll. Lambrix erklärt: „Erfolgsversprechend ist auch die von der BARMER geförderte Migräne- und Kopfschmerz-App M-Sense. Sie analysiert den Verlauf von Migräne und Spannungskopfschmerz. Das kann dem behandelnden Arzt eine wichtige Hilfe bei der Therapie sein.“

 

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