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Nur zwei Tage nach der Schließungsankündigung durch den Träger des Krankenhauses St. Elisabeth Wadern hat die vom Gesundheitsministerium eigens einberufene Sonderarbeitsgruppe unter der Leitung von Staatssekretär Stephan Kolling ihre Arbeit aufgenommen. „Mit Blick auf die große Enttäuschung der Bevölkerung über die Trägerentscheidung und die Sorge, nach der Schließung des Krankenhausstandortes in der Region nicht oder nur unzureichend versorgt zu werden, war es wichtig, schnell zu handeln und alle Experten an einen Tisch zu bringen“, so Staatssekretär Stephan Kolling.

Oberstes Ziel ist es, auch nach der Schließung des Klinikstandortes in Wadern der Bevölkerung eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe Versorgung anzubieten. „Es ist schade, wenn ein Träger ein solch in der Bevölkerung verwurzeltes Klinikum schließen muss. Der wirtschaftliche Druck und die bundespolitischen Rahmenbedingungen durch Fallpauschalen, Qualitätsvorgaben, Mindestmengen und künftig Personalvorgaben machen es für kleine Grund- und Regelversorger immer schwieriger, im Wettbewerb zu bestehen“, bedauert Kolling. Es sei da ein schwacher Trost, wenn sich die durchschnittliche Fahrzeit zum nächsten Grundversorger im Schnitt mit nur 15,7 Minuten errechne.

Allen Mitgliedern der Task Force ist daran gelegen, dass eine gute Notfallversorgung im Hochwald auch künftig vorhanden ist. Hier gelte es, das Angebot ab Januar 2018 zu verbessern: Es muss ggf. ein neuer Standort für die Rettungswache Wadern gefunden werden, die derzeit am Krankenhaus etabliert ist. Der Rettungszweckverband werde daher prüfen, wie man die Rettungswache aufstelle und der Fuhrpark bei einem stärkeren Bedarf durch längere Fahrzeiten aufgestockt werden könne, so Kolling.

Innerhalb der 12-Minuten-Frist muss auch künftig eine Notfallversorgung durch den Rettungsdienst möglich sein. Hierzu gilt es auch den Notarztdienst neu zu ordnen. Auch werde geprüft, so ein Ergebnis der Task Force,  ob eine Bereitschaftsdienstpraxis am Standort Wadern eingerichtet werden könne. Dies werden die Beratungen in der hierfür eingerichteten Arbeitsgruppe erbringen. Derzeit stehen 5 Rettungswachen in Wadern, Losheim, Lebach, Merzig und im Bohnental mit 14 Rettungs- und Krankenwagen sowie 3 Notarztwagen zur Verfügung. Auch werde man mit der Kassenärztlichen Vereinigung und dem RZVS neue Konzepte für die Notfallversorgung erstellen: Hier wird die Arbeitsgruppe Vorschläge erarbeiten und nach den Sommerferien der Task Force unterbreiten.

Bis zum Jahresende sind grundsätzlich keine Einschränkungen für die Bevölkerung zu erwarten: der Klinikbetrieb in der internistischen und chirurgischen Abteilung solle weiterlaufen. Dies habe der Träger zugesichert, erklärte Kolling. Auch im ambulanten Bereich gibt es im Raum Wadern eine gute medizinische Versorgung: 46 Hausärzte im Raum Merzig, 15 Hausärzte im Bereich Wadern sowie über 70 Fachärzte sind wichtige Partner der ambulanten Versorgung.

Das Gesundheitsministerium werde den für die Krankenhausplanung zuständigen Planer beauftragen, aufgrund der Situation ein Sonder- und Ergänzungsgutachten zu fertigen, das aufzeige, welche stationären Bedarfe bzw. sektorübergreifende Handlungsnotwendigkeiten es gibt. „Wir werden die Ergebnisse in die Krankenhausplanung einarbeiten“, sagte der Staatssekretär.

Gemeinsam mit Vertretern der Marienhaus GmbH, des Saarländischen Hausärzteverbandes, des Rettungszweckverbandes Saar, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Ärztekammer sowie Vertretern der Stadt Wadern, der Krankenkassen und des Innenministerium wurde die aktuelle Versorgungssituation in der ersten Sitzung konstruktiv diskutiert.  Die Ankündigung der Schließung des Krankenhauses Wadern zum Jahresende kam für alle Beteiligten aber unerwartet.

In drei Arbeitsgruppen werden sich die Gesundheitsexperten auch über Möglichkeiten einer Folgenutzung beraten. Ideen zur Schaffung eines Seniorenparks durch Marienhaus werden dabei ebenso geprüft wie etwa die Schaffung eines  Medizinischen Versorgungszentrums oder die mögliche Entwicklung eines Gesundheitsparks. Hier sind alle Akteure, auch die politisch Verantwortlichen der Stadt Wadern gefordert.

 

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