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Möchten Sie mit Ihren Nachbarn jenseits der Grenze sprechen? Ideen, Ansätze, Instrumente und Beispiele, den Nachbarn sprachlich, wirtschaftlich und kulturell näher zu kommen, stellten die beiden deutschen Länder Saarland und Sachsen zusammen mit dem Europäischen Ausschuss der Regionen im Rahmen einer ganztägigen Konferenz am 07. Juni 2017 in Brüssel vor. Fremdsprachenkenntnisse und Mehrsprachigkeit sind Schlüsselkompetenzen für ein erfolgreiches und nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum in Europa und seinen Grenzregionen.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich hob aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen die Bedeutung von Mehrsprachigkeit hervor: „Wer mehrsprachig ist, kann auch Grenzen überschreiten und wird vertraut mit der Denkweise des Anderen.“ Darum sei es erfreulich, dass die Zahl der Polnisch- und Tschechisch-Lerner in Sachsen seit Jahren steigt. Bei Schulpartnerschaften belegen Schulen aus den Nachbarländern den ersten Platz.

Tillich forderte ein stärkeres Engagement der EU: „Ich bitte die EU-Kommission, uns stärker als bisher bei nachhaltigen Bildungskonzepten zu unterstützen, die auch zu Modellen für andere Grenzregionen werden könnten. Ein stärkeres Engagement der EU für die Mehrsprachigkeit träfe auf eine sehr engagierte Zivilgesellschaft in den Grenzregionen.“ betonte der Ministerpräsident aus dem Dreiländereck Sachsen, Polen und Tschechische Republik

Roland Theis, Staatssekretär und Bevollmächtigter für Europaangelegenheiten des Saarlandes stellte bei der Mehrsprachigkeitskonferenz die Frankreichstrategie des Saarlandes vor: „Unser großes Ziel ist, das erste mehrsprachige Bundesland der Bundesrepublik zu werden. So können wir unsere Rolle als Brücke zwischen Deutschland und Frankreich festigen und weiter ausbauen. Die Frankreichstrategie ist keine Französischstrategie, sondern eine Mehrsprachigkeitsstrategie. Es geht darum, dass unsere Jugendlichen neben der Weltsprache Englisch zusätzlich Französisch lernen, getreu dem Motto ‚Mehr Sprachen, mehr Chancen.“ Roland Theis weiter: „Den Nachbarn zu verstehen bedeutet, sich mit dem Nachbarn austauschen und verständigen zu können, dafür sind Sprachkenntnisse nötig. Das Saarland ist schon jetzt das Bundesland mit der höchsten Französischlernerquote in Deutschland.“ Die Frankreichstrategie ist das Leitbild des Landes mit dem Ziel innerhalb einer Generation mehrsprachig zu sein und das Saarland zu einem leistungsfähigen multilingualen Raum deutsch-französischer Prägung zu entwickeln.

Vertreter der Europäischen Institutionen und der Regionen, Stakeholder und Experten aus dem Bildungs-/Sozial-/Jugend-/Wirtschaftsbereich diskutierten Zugangsweisen und bewährte Praktiken, um Grenzregionen zu leistungsfähigen multilingualen Referenzregionen innerhalb Europas zu machen. Der Fokus lag auf den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Kultur und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Alltagsleben der Grenzregion. Einen Schwerpunkt stellte der Umgang mit der Sprache des Nachbarn dar.

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