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Zum gestrigen Weltblutspendetag stellt der SPD-Landtagsabgeordnete Sebastian Thul nochmals die Relevanz von Blutspenden heraus und fordert, das Blutspende-Verbot auch für Homosexuelle aufzuheben.

„Ein großer Teil der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ist einmal in seinem Leben auf eine Blutspende angewiesen. Der medizinische Bedarf an Spenderblut ist in Deutschland weiterhin hoch, insbesondere in der Sommerzeit bleiben die Spenderliegen leer. Eine Stunde, die man für das Spenden einplant, kann Leben retten“, sagt Thul und ruft dazu auf, den Mut zu fassen und zur Blutspende zu gehen. „Statistisch gesehen wird der größte Teil des gespendeten Blutes in der Krebstherapie eingesetzt. Auch Patienten mit Herzerkrankungen, Magen- und Darmkrankheiten sowie Sport- und Verkehrsunfälle sind auf Blutkonserven angewiesen. Bei einem schweren Verkehrsunfall kann ein Patient bis zu zehn Blutkonserven erhalten, damit sein Leben gerettet wird“, betont Thul.

Thul ist es auch ein besonderes Anliegen, dass das Blutspende-Verbot für Homosexuelle aufgehoben wird: „Die Schweiz geht ab 01. Juli als Vorbild voran. Zwar hat es bei unseren Nachbarn nur für eine Kompromisslösung gereicht, da Homosexuelle zum Blut spenden ein Jahr keinen Geschlechtsverkehr haben dürfen, aber es ist ein erster Schritt weg von einer Regelung, die hier in Deutschland noch immer diskriminierend ist“, sagt Thul und ergänzt, dass mit dem Verbot eine komplette Gruppe der Gesellschaft diskriminiert wird und Homosexuelle mit einer Einstufung als Risikogruppe unter Generalverdacht gestellt werden. „Im letzten Jahr haben sich sowohl der Landtag als auch die Gesundheitsministerkonferenz mit dem Verbot beschäftigt und einen Beschluss gefasst, mit der wir der Aufhebung eines Verbotes ein Stück näher gekommen sind – geändert hat sich aber noch nichts.“

„Um zu umgehen, dass das Saarland Blutkonserven aus anderen Bundesländern importieren muss, um seinen Bedarf zu decken, gilt es nicht nur, dass Bewusstsein dafür zu schärfen, wie wichtig Blut spenden für die Rettung eines Menschenlebens ist, sondern auch eine Möglichkeit zu finden, dass gleichzeitig der Schutz vor Infektionen gewährleistet und die Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen beendet wird. Wie ein erster Schritt aussehen kann, hat die Schweiz gezeigt – Deutschland muss hier folgen.“

 

 

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