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Das Bearbeiten von unter Spannung stehendem Holz gehört zu den schwierigen und vor allem gefährlichen Aufgaben der Arbeiter im Forst. Hier erleichtert der vom SaarForst neu angeschaffte Baumbiegesimulator, auch Spannungssimulator genannt, die Vermittlung der notwendigen Kenntnisse. Mit Hilfe eines Spannungssimulators können gefährliche Situationen, etwa nach Windwurf, bei der Aufarbeitung von unter Spannung stehendem Holz trainiert werden.

Der Einsatz moderner Maschinen und die richtigen Arbeitstechniken konnten sich Interessierte bei einer Demonstrationsveranstaltung an der Waldarbeitsschule in Eppelborn anschauen, zu der das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gemeinsam mit dem SaarForst Landesbetrieb und mit Unterstützung der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau  eingeladen hatte.

„Wir haben in den letzten Jahren beim SaarForst viel Geld in die modernste zur Verfügung stehende Technik für mehr Sicherheit bei der Waldarbeit investiert. Doch trotz allen technischen Fortschritts ist die Waldarbeit nach wie vor eine der körperlich belastendsten und gefährlichsten Arbeiten. Jeder Unfall ist ein Unfall zu viel. Sicherheit und Gesundheitsschutz haben hier alleroberste Priorität und ist Daueraufgabe aller“, betonte Umweltminister Reinhold Jost bei der Informationsveranstaltung, die in erster Linie die Arbeitssicherheit im Wald im Blick hatte.

Als Reaktion auf die beiden tödlichen Arbeitsunfälle vor einem guten Jahr hatte  das Umweltministerium gemeinsam mit SaarForst den Maßnahmenkatalog zur Unfallprävention im Wald erweitert. „Diese tragischen Unfälle haben gezeigt, dass die Unfallprävention die wichtigste Herausforderung für einen forstwirtschaftlichen Betrieb ist. Um die Arbeit im Wald sicherer zu machen, haben wir zusätzliche Anstrengungen unternommen und auch Vorschriften und Regelungen verschärft“, stellte der für Forstwirtschaft und Arbeitsschutz zuständige Minister fest.

So sollen Lohnunternehmen verpflichtet werden, für ihre Mitarbeiter einen „Europäischen Motorsägen-Führerschein“ vorzulegen. Jost hält die Forderung nach einem europäischen Ausbildungsstandard für Lohnunternehmen für sinnvoll: „Immer mehr Lohnunternehmer, die in unserem Auftrag Holz ernten, beschäftigen Arbeiter aus Osteuropa. Der Ausbildungsstand  dieser Waldarbeiter kann auf Grundlage der vorgelegten Zertifikate in polnischer oder rumänischer Sprache von uns nicht immer zweifelsfrei beurteilt werden. Wir wollen aber sicher sein, dass diejenigen, die im saarländischen Wald Bäume fällen, nach einheitlich hohen und vergleichbaren Standards zu Werke gehen.“

Das Land hat zur Verbesserung der Arbeitssicherheit zusätzlich zur Gestellung der persönlichen Schutzausrüstung der SaarForst-Mitarbeiter (jährlich ca. 75.000 Euro) spezielle Mobilfunkgeräte (Kommunikations- und Notrufgerät „KuNo“) angeschafft (rund 75.000 Euro), damit jederzeit im Falle eines Unfalls ein Notruf abgesetzt werden kann. Bei SaarForst dürfen zudem nur noch Drei-Mann-Rotten bei der Holzernte eingesetzt werden, um im Bedarfsfall schnelle Hilfe sicherzustellen.

Auch die „Mobile Waldbauernschule Saarland“ hat sich seit der Einrichtung im Jahr 1998 bestens bewährt und wird als fester Bestandteil des Betreuungskonzeptes für den saarländischen Privatwald gut angenommen. Über 6.000 Teilnehmer haben bisher an den Schulungen teilgenommen. Dieses Gemeinschaftsprojekt der Partner „Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau“, dem Saarländischen Waldbesitzerverband und dem Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz wird nun mit einem neuen Schulungswagen weiter fortgeführt. Jost: „Wir legen mit Blick auf unsere Mitarbeiter großen Wert auf Arbeitssicherheit. Sicherheit geht für uns immer vor wirtschaftlichen Interessen.“

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