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Die SaarLB ist mit der Entwicklung in ihrem Jubiläumsjahr 2016 zufrieden. Der HGB-Jahresüberschuss nach Steuern lag mit EUR 30,4 Mio. auch im Vergleich mit den Vorjahren auf einem guten Niveau. „Wir haben unsere Bilanzierung für 2016 vom volatilen IFRS-Standard auf HGB umgestellt. Die Vergleichszahlen nach HGB zeigen über die letzten Jahre eine kontinuierliche Rentabilitätsentwicklung der Bank. Der herausragend hohe Wert für 2015 war durch den Sonderertrag aus dem Verkauf der Beteiligung an der Deutschen Factoring Bank verursacht“, sagte der SaarLB- Vorstandsvorsitzende Werner Severin bei der heutigen Vorstellung der Geschäftszahlen in Saarbrücken.

Vor dem Hintergrund der herausfordernden Rahmenbedingungen bewertet er das Ergebnis für das vergangene Jahr als „erfreulich“. Ergebnisbelastend war 2016 das bis hin zu durchgängigen Negativzinsen weiter gesunkene Zinsniveau. Auch die unverändert geringe und deutlich unter den Planwerten liegende Risikovorsorge wirkte sich negativ aus.

Die Wettbewerbs-Situation im Kreditgeschäft war von einem nochmals verstärkten Margendruck bestimmt. Die Einlagenseite war geprägt von dem Spagat, einerseits die etablierten Kundenverbindungen bei den Negativzinsen so weit wie möglich zu schonen und andererseits eine Überflutung durch unerwünschte Liquiditätszuflüsse zu vermeiden.

Auf der Basis des Jahresüberschusses konnte die Bank – nach Zahlung einer unveränderten Dividende von 3,5 % – zur Stärkung der Kapitalbasis EUR 21 Mio. thesaurieren. Zusammen mit dem kontinuierlichen Management der Risikopositionen konnten dadurch die schon in den Vorjahren sukzessive verbesserten Kapitalquoten nochmals signifikant erhöht werden. Die harte Kernkapitalquote lag per 31.12.2016 bei 11,7 % (Vorjahr 10,2 %), die Gesamtkennziffer bei 15,7 % (Vorjahr: 14,1 %).

In den Kerngeschäftsbereichen verzeichnete die Bank ein Kreditneugeschäft von EUR 2,0 Mrd. (Vorjahr: EUR 1,9 Mrd.). Es verteilte sich nahezu hälftig auf Deutschland (54 %) und Frankreich (46 %), was die Rolle der SaarLB als deutsch-französische Regionalbank unterstreicht.

Dabei glichen die Segmente Firmenkunden und Kommunalbank das etwas unter den Erwartungen zurückgebliebene Neugeschäftsvolumen aus den Segmenten Projekte und dem Geschäftsfeld Immobilien Frankreich aus.
In Deutschland hat die Bank besonders von einem starken Kommunal- und kommunalnahen Geschäft sowie dem belebten Immobiliengeschäft profitiert. Das französische Neugeschäft verteilte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr zu fast gleichen Teilen auf die Segmente Firmenkunden, Projekte und Immobilien.

Im Zuge der regionalen Neugliederung in Frankreich hat die SaarLB 2016 den Standort ihrer Niederlassung von Metz ins Zentrum der neuen Region Grand Est nach Straßburg verlegt und weiter ausgebaut. „Die neuen Geschäftsräume der Niederlassung bieten optimale Voraussetzungen, um nah am Kunden und den Entscheidungsträgern zu agieren und den gesamten Grand Est fokussiert zu betreuen“, so Werner Severin. Die Bilanzsumme ging nochmals leicht auf EUR 13,3 Mrd. zurück. Die Kundenforderungen stiegen um 6 % auf EUR 9,4 Mrd. an, die Kundeneinlagen um 2 % auf EUR 5,3 Mrd.

Die Finanz- und Liquiditätslage der SaarLB war im Geschäftsjahr 2016 weiter sehr gut. Insgesamt wurden – angepasst an den Refinanzierungsbedarf – EUR 840 Mio. vor allem im Rahmen von Private Placements (unbesicherte Emissionen und Pfandbriefe) platziert. Die Refinanzierungsmöglichkeiten der SaarLB werden durch die Bonitätseinschätzung der zwei internationalen Ratingagenturen Fitch und Moody’s unterstützt. Moody’s hat das Langfristrating im Februar 2017 von A2 auf A1 angehoben. Das Langfristrating von Fitch wurde Mitte 2016 auf A- bestätigt.

Der Zinsüberschuss der SaarLB ist im Geschäftsjahr 2016 von
EUR 116,5 Mio. (ohne Sonderertrag aus Gewinnabführung) auf
EUR 109,7 Mio. gefallen. Geprägt war der Zinsüberschuss durch das weiter gesunkene, teils deutlich negative Zinsniveau und das im 1. und 3. Quartal verhaltene Neugeschäftsvolumen. Drei Viertel des Zinsergebnisses der Kundensegmente werden von den Bereichen Firmenkunden, Immobilien und Projekte getragen.

Bei Provisionserträgen von EUR 24,8 Mio. und -aufwendungen von EUR 14,0 Mio. erreichte der Provisionsüberschuss EUR 10,8 Mio. (Vorjahr EUR 13,4 Mio.). Dabei konnte der im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Provisionsüberschuss im Bereich Immobilien die niedrigeren Provisionen aus den anderen Kundensegmenten nicht kompensieren.

Der Verwaltungsaufwand hat sich auf EUR 87,3 Mio. erhöht (Vorjahr: EUR 81,5 Mio.). Der Personalaufwand blieb mit EUR 44,7 Mio. gegenüber 2015 (EUR 44,5 Mio.) nahezu unverändert. Wesentlicher Treiber bei der Erhöhung der Sachaufwendungen (EUR 42,6 Mio., Vorjahr EUR 37,0 Mio.) waren die gestiegene europäische Bankenabgabe in Höhe von EUR 4,3 Mio. (Vorjahr: EUR 2,8 Mio.) sowie deutlich höhere Projektkosten, vor allem für regulatorisch getriebene Projekte. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft konnte an die erfreuliche Entwicklung der Vorjahre anknüpfen und lag mit EUR 6,3 Mio. erneut auf einem sehr niedrigen Niveau.

Die SaarLB erwartet für 2017 eine insgesamt vergleichbare Entwicklung der Kerngeschäftsfelder. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld übt auch im laufenden Geschäftsjahr Druck auf das Zinsergebnis aus. Daneben stellt die Vielzahl regulatorischer Verfahren das deutsche Finanzsystem und damit auch die SaarLB weiterhin vor große Herausforderungen.

Vor diesem Hintergrund hat die Bank bereits 2016 das Strategie- und Strukturprojekt „SaarLB2020“ initiiert. Seine Ziele sind die Verbesserung der Strukturen und Prozesse sowie die Steigerung der Kernrentabilität zur langfristigen Sicherstellung der Ertragskraft. Den vollständigen Geschäftsbericht finden Sie ab dem 26.04.2017 unter: www.saarlb.de/geschaeftsbericht2016

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