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Auf Einladung der Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl, Ministerin a.D. Annette Schavan war Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer am Donnerstag mit einer vierköpfigen Bürgerdelegation zur Privataudienz bei Papst Franziskus. „Die Begegnung mit Papst Franziskus war sehr bewegend“, sagte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, „auch und insbesondere für die Mitglieder unserer Bürgerdelegation, die sich ehrenamtlich in der Kirche engagieren und damit Laien im besten Sinne des Wortes sind.“

Dass vier Bürgerinnen und Bürger die Ministerpräsidentin zum Papst begleitet haben, finde sie „außergewöhnlich“. „Wir haben keine hauptamtlichen Amtsträger, sondern Menschen wie Du und ich mitnehmen können“, sagte die Ministerpräsidentin, „ich werte dies als klares Zeichen der Kirche dafür, dass sie dem Ehrenamt gebührenden Respekt zollt.“ Dies sei insbesondere in diesen Zeiten, in denen viele Kirchengemeinden vor einer Umstrukturierung stehen, von großer Bedeutung.

Die Ministerpräsidentin sagte weiter: „Das Gespräch mit Papst Franziskus war sehr intensiv. Wir haben über den allgemeinen Zustand der Gesellschaft gesprochen, wie Religionen zusammenleben und wie dies in eine zunehmend laizistische Zeit hineinpasst. Wir haben uns auch über die neuen Herausforderungen der Zukunft ausgetauscht und welche Auswirkungen sie auf die Gesellschaft haben werden. Dazu zählen zum Beispiel der Klimawandel und die Digitalisierung.“

In der Privataudienz sei deutlich geworden, dass Religion wie Staat gleichermaßen gefordert seien, eine kluge Politik zu machen, die den inneren Zusammenhalt der Gesellschaft wahrt. „Wir brauchen keinen konfessionellen Staat, sondern eine staatliche Grundlage, die Religion im öffentlichen Raum zulässt und nicht eine Religion bevorzugt. Wir sollten in der aktuellen Diskussion über die Verhältnisse der Religionen untereinander und der daraus resultierenden Spannung aufpassen, dass die Lösung nicht in einem strikt laizistischen System gesucht wird.“

Beim grundsätzlichen Verhältnis von Religion und Staat machte die Ministerpräsidentin deutlich, dass das Saarland ein hohes Interesse an einer guten Zusammenarbeit mit den Kirchen habe. Schließlich sei die katholische Kirche Partner des Landes – zum Beispiel als Träger von Schulen und frühkindlichen Bildungseinrichtungen. „Wir als Land unterstützen diese kirchlichen Einrichtungen, weil wir uns diese Vielfalt wünschen“, sagte Kramp-Karrenbauer.

Die Ministerpräsidentin hat im Rahmen der Privataudienz Papst Franziskus drei Gastgeschenke überreicht: ein Stück Kohle und eine Plastik der Heiligen Barbara aus Glas, die im Jahr 2012 zum Ende des Bergbaus entworfen worden war, sowie ein Bildband des Fotoprojekts der Saarländischen Armutskonferenz mit dem Fotografen Pasquale D’Angiolillo namens „Auf Augenhöhe – Gesichter der Armut“. Der Fotoband ist das Ergebnis eines zweijährigen Arbeitsprozesses und bildet Menschen ab in verschiedenen Facetten, mit ihren Stärken und Schwächen, ihrer Kraft und Individualität.

Zur saarländischen Bürgerdelegation gehörten:

Martin Leszek Rybak, 37 Jahre, aus Friedrichsthal engagiert sich unter anderem für die Jugendarbeit des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder.

Gertrud Backes aus Neunkirchen ist unter anderem aktives Mitglied der Pfarrgemeinde Münchwies (Lektorin) und Leiterin des Sozialamtes der Stadt Neunkirchen.

Sascha Hoen, 31, aus Schwalbach engagiert sich unter anderem im kirchlichen Bereich und leistet Netzwerkarbeit in St. Laurentius Hülzweiler für die Kirche und die Menschen vor Ort.

Wolfgang Trost aus Marpingen war unter anderem mehrere Jahre Lehrbeauftragter für Orgel an der Musikhochschule des Saarlandes. Darüber hinaus ist er hauptamtlicher Kirchenmusiker an der Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ in Marpingen.

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