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Mit Bedauern hat die Landesregierung  die Entscheidung der Aufsichtsgremien der Marienhaus Kliniken GmbH zur Kenntnis genommen, wonach der Standort Wadern der Marienhauskliniken Wadern/Losheim zum Jahresende geschlossen werden soll. „Wir haben den Träger bei dem Prozess zur Errichtung eines Verbundklinikums Hochwald, bestehend aus  vier Standorten, unterstützt und damit die Hoffnung verbunden, mit dem Verbundklinikum gute Voraussetzungen für den Träger und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen, um auch künftig hochwertige medizinische Leistungen anbieten zu können. Leider war es für den Träger nicht möglich, neue Patientinnen und Patienten zu gewinnen, sodass der Weiterbetrieb der chirurgischen und internistischen Abteilung am Standort Wadern wirtschaftlich nicht gehalten werden kann“, so Gesundheitsministerin Monika Bachmann.

Betroffen von der Entscheidung sind  190 Beschäftigte (120 Vollzeitstellen). „Wir werden bei der laufenden Krankenhausplanung für den Zeitraum 2018 bis 2025 das medizinische Angebot im Nordsaarland auf der Basis eines von einem Sachverständigen erstellten Gutachtens neu ausrichten müssen“, so Bachmann.

Die Marienhaus Unternehmensgruppe beabsichtigt, die beiden Fachabteilungen Allgemeine Chirurgie mit 30 und Innere Medizin mit 31 Planbetten sowie die Abteilung der Intensivmedizin mit 8 Betten in Wadern schrittweise bis Ende des Jahres zu schließen. „Der Wegfall der Abteilungen kann Auswirkungen auf die Standorte in Losheim, Lebach und im angrenzenden Hermeskeil haben“, so Bachmann. „Die vollstationäre Versorgung ist aber auch bis zum neuen Krankenhausplan sichergestellt“, sichert die Gesundheitsministerin zu.

Die Betriebsstätte in Losheim liegt nur wenige Kilometer von Wadern entfernt, wo weiterhin die bestehenden Fachabteilungen für Konservative Orthopädie, Innere Medizin  und  Intensivmedizin mit insgesamt 103 Betten verfügbar sind. In einem Fahrzeitradius von maximal 30 Minuten sind weitere drei Grundversorger (dazu zählen die Fachrichtungen der Inneren Medizin und Chirurgie sowie eine Basisnotfallversorgung) zu erreichen.

Auch der ärztliche Bereitschaftsdienst in den Bereitschaftsdienstpraxen der niedergelassenen Ärzte in den Räumlichkeiten der umliegenden Krankenhäuser ist an den Wochenenden, Feiertagen und Brückentagen rund um die Uhr erreichbar, sodass Patientinnen und Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf jederzeit einen Arzt in ihrer Nähe aufsuchen können. Zusätzlich existiert ein HNO- und augenärztlicher Bereitschaftsdienst. Für Kinder und Jugendliche stehen darüber hinaus auch die kinder- und jugendärztlichen Bereitschaftsdienstpraxen in den Krankenhäusern in Saarlouis, Neunkirchen und Saarbrücken bereit.

Die umliegenden Rettungswachen garantieren einen Transport in umliegende Krankenhäuser mit insgesamt 14 Rettungs- und Krankenwagen und 3 Notarzteinsatzfahrzeugen. Die Notfallversorgung und die Versorgung am Wochenende ist nach wie vor rund um die Uhr im Raum Wadern gewährleistet.

„Mit der Gründung einer Task Force unter der Leitung von Staatssekretär Stephan Kolling werden wir mit allen Partnern die Fortentwicklung des medizinischen Angebotes sektorübergreifend angehen. Kolling hat die Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland, der Krankenkassen, der Ärztekammer des Saarlandes, des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar, des Fördervereins, der Hausärzte, der Stadt Wadern und des Trägers bereits für kommenden Donnerstag eingeladen mit dem Ziel, einen Strukturplan für Wadern zu entwickeln. Auch hat Kolling bereits mit seinem rheinland-pfälzischen Kollegen David Langer telefoniert. „Wir müssen die Gesundheitsversorgung im nördlichen Saarland über die Landesgrenzen hinaus betrachten. So ist auch der Klinikverbund Nordsaar angelegt“, so Bachmann.

Bachmann lege großen Wert darauf, dass alle weiteren Schritte transparent und mit Beteiligung der Bevölkerung von Wadern erfolgen. Hier sei der Träger, die Marienhaus Kliniken GmbH, gefordert und in der Verpflichtung. Die Gründung eines medizinischen Versorgungszentrums oder eines Gesundheitscampus Wadern könnten dabei das Ziel sein.

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