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Der saarländische Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling kritisiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die sich dafür ausgesprochen hat, keine homöopathischen Arzneimittel mehr zu erstatten und auf alternative Behandlungsmethoden zu verzichten.

„Homöopathie soll auch in Zukunft von Kassen nicht generell ausgeschlossen, sondern im Rahmen der freiwilligen Satzungsleistungen finanziert werden. Alternative Medizin muss neben der traditionellen Medizin auch künftig möglich und unter gewissen Umständen erstattungs-fähig bleiben“, so Kolling.

„Hält der Mediziner ein pflanzliches oder homöopathisches Mittel für die beste Behandlungsoption, soll die Kostenerstattung künftig möglich sein. Wichtig ist aber, dass der behandelnde Arzt die Verordnung veranlasst und als notwendigen Behandlungspfad definiert hat“, so Kolling. Ein Erstattungsverbot sei der falsche Weg. Weder helfe das Verbot den Patienten, noch könne es einen Beitrag zur finanziellen Absicherung der GKV leisten, denn die satzungsmäßigen Leistungen der Krankenkassen lägen im Promillebereich der Gesamtkosten.

Unterstützt wird der saarländische Gesundheitsstaatssekretär vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), der ebenfalls  fordert, dass homöopathische Arzneimittel auch in Zukunft als Satzungsleistungen von der GKV erstattet werden können. Damit steht Kolling auch im Widerspruch zum Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses Prof. Josef Hecken, der sich dafür ausgesprochen hatte, homöopathische Therapien künftig als freiwillige Kassenleistungen zu verbieten, da es für sie keine Evidenz gäbe.

„Es ist nicht nachvollziehbar, warum Patienten alternative Behandlungs-pfade verwehrt werden sollen“, so Kolling. „Natürlich können schwer-wiegende Krankheiten wie Krebs nicht allein durch alternative Medizin geheilt werden, aber wer die Homöopathie als ergänzende und in der Regel nebenwirkungsarme Behandlung verbieten will, beschneidet die Therapievielfalt und bevormundet zahlreiche Patienten in Deutschland, die davon profitieren können. Es gibt eine Vielzahl von Erkrankungen bei denen homöopathische Arzneimittel erfolgreich einsetzbar sind.“

Studien aus der Versorgungsforschung zeigen übereinstimmend, dass von einem Nutzen der Homöopathie für Patienten und Gesundheitssystem ausgegangen werden kann. Klinische Studien belegen zudem relevante Verbesserungen bei verschiedenen Indikationen.

„Man sollte Homöopathie als Therapierichtung nicht abwerten „Homöopathie ist kein wirkungsloser Hokuspokus, sondern eine anerkannte und bewährte Therapieform. Wenn Behandler und Patienten sie richtig und verantwortungsvoll einsetzen, kann sie den Therapieerfolg unterstützen. Das rechtfertigt auch eine Erstattung als Satzungsleistung der Kassen.“

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