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Saarländer leiden vergleichsweise selten an Kopfschmerzen, doch wenn, dann sind meist Jüngere betroffen. Das zeigt der Arztreport der BARMER, der sich auf Daten aus dem Jahr 2015 stützt. Demnach erhielten 13,4 Prozent der 18- bis 27-Jährigen in dem Bundesland eine Kopfschmerzdiagnose von ihrem Arzt. Über alle Altersgruppen hinweg war dies bei nur 9,0 Prozent der Saarländer der Fall. „Die Zahlen könnten ein Indiz für einen besonders hohen der Leistungsdruck bei Jüngeren sein“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Auffällig sind die Unterschiede zwischen den saarländischen Landkreisen und Städten. Während im Landkreis Merzig-Wadern mit 12,2 Prozent die wenigsten Kopfschmerzfälle unter jungen Erwachsenen dokumentiert wurden, lagen sie im Landkreis Neunkirchen mit 14,8 Prozent deutlich darüber. Geringere Unterschiede zeigt die Betrachtung über alle Altersgruppen hinweg. Während im Landkreis Saarlouis nur 8,6 Prozent der Einwohner eine Kopfschmerz-Diagnose erhielten, waren es im Regionalverband Saarbrücken 9,1 Prozent.

 

Insgesamt haben rund 89.000 Saarländer im Jahr 2015 eine Kopfschmerzdiagnose erhalten, 15.000 von ihnen waren zwischen 18 und 27 Jahre alt. „Die Dunkelziffer der von Kopfschmerzen Betroffenen dürfte höher liegen“, vermutet Kleis. Kopfschmerzen seien eines der häufigsten Volksleiden.

Eine besondere Form des Kopfschmerzes ist die Migräne. Sie zeichnet sich durch pochende und pulsierende Schmerzen aus, die mit Übelkeit und Erbrechen sowie einer Überempfindlichkeit gegen Licht und Lärm einhergehen. In keinem anderen Bundesland leiden weniger Menschen an Migräne als im Saarland. Nur 4,2 Prozent der Saarländer sind von Migräne betroffen. Das sind rund 42.000 Menschen.

 

Junge Erwachsene im Saarland sind hingegen im Vergleich mit anderen Altersgruppen und der gleichen Altersgruppe in anderen Bundesländern oft von Migräne betroffen. Bei 6,1 Prozent der 18- bis 27-Jährigen wurde die Diagnose Migräne im Jahr 2015 gestellt. Das sind rund 6.800 junge Menschen mit Migräne in dem Bundesland. Damit liegen sie auf Platz neun im Vergleich aller Bundesländer.

Beim Bevölkerungsanteil, dem ein Migränemittel verordnet wurde, liegt das Saarland im Ländervergleich mit 0,9 Prozent auf Platz dem letzten Platz. Das sind rund 8.600 Saarländer. Von den jungen Saarländern zwischen 18 und 27 Jahren bekamen 1,2 Prozent im Jahr 2015 ein Migränemittel verordnet. Das sind rund 1.300 Personen. Geringe Unterschiede offenbart die Betrachtung der Landkreise und Städte im Saarland. Während im Rheinpfalz-Kreis 0,9 Prozent der Bevölkerung ein Migränemittel verordnet wurden, waren es Landkreis Saarlouis 0,8.

 

Als Migränemittel wurden fast ausschließlich Mittel aus der Substanzgruppe der Triptane verordnet. Sie gelten als Wundermittel für Migräne-Patienten, können aber unerfreuliche Nebenwirkungen haben, nämlich Kopfschmerzen. BARMER Landesgeschäftsführerin Kleis mahnt: „Kommen Kopfschmerz- und Migränemittel richtig zum Einsatz, sind sie eine wichtige Hilfe. Aber die Dosis macht das Gift.“ Wer immer wieder zu Medikamenten greife, um Kopfschmerzen loszuwerden, lande im schlimmsten Fall in einem Teufelskreislauf aus Tablettenkonsum und Dauerkopfschmerzen. „Die Betroffenen sitzen dann oft in einer Pillenfalle“, erläutert Kleis.

Zu bevorzugen sei Kopfschmerzprävention. Teils könne schon regelmäßiger Sport zumindest Linderung verschaffen. Die BARMER unterstütze die Aktion „KopfHoch!“, die sich an Studierende richtet und Kopfschmerzattacken deutlich mindern soll. Kleis erklärt: „Erfolgsversprechend ist auch die von der BARMER geförderte Migräne- und Kopfschmerz-App M-Sense. Sie analysiert den Verlauf von Migräne und Spannungskopfschmerz. Das kann dem behandelnden Arzt eine wichtige Hilfe bei der Therapie sein.“

 

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