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Nach einem schwachen Ergebnis im Vergleichszeitraum des Vorjahres hat die SaarLB im 1. Halbjahr ein außergewöhnlich hohes Vorsteuerergebnis von 52 Mio. Euro erzielt. Ausschlaggebend dafür war vor allem das Bewertungsergebnis von 36,6 Mio. Euro (Vorjahr: -7,8 Mio. Euro). Begünstigt wurde das Ergebnis darüber hinaus durch einmalige positive Ergebniseffekte aus der Umstellung der Rechnungslegung von IFRS auf HGB.

Anlässlich der heutigen Veröffentlichung der Halbjahreszahlen wies der Vorstandsvorsitzende Werner Severin aber auch auf Fortschritte auf der Einnahmenseite hin: „Bei eher verhaltenem Neugeschäft und anhaltendem Margendruck konnten wir nicht nur unser Provisionsergebnis, sondern im Gegensatz zum Branchentrend auch das Zinsergebnis leicht verbessern. Damit sind erstmals seit längerem in einer Vergleichsperiode die Erträge stärker gestiegen als die Kosten.“

Der Steueraufwand wurde durch die Ausbuchung einer Steuererstattungs- forderung von 17,3 Mio. Euro erheblich belastet, so dass nach Berück- sichtigung eines gesamten Steueraufwands von 37,7 Mio. Euro noch ein Überschuss für das erste Halbjahr 2017 von 14,3 Mio. Euro verbleibt.
Zusammenfassend hält Severin fest: „Wir haben im 1. Halbjahr 2017 noch mehr als in den Vorjahren von der positiven Risikoentwicklung im Kreditgeschäft und zusätzlichen positiven Bewertungseffekten profitiert. Da dies so nicht wiederholbar ist, haben wir uns über das Strategie- und Struktur- projekt „SaarLB 2020“ eine nachhaltige Stärkung unserer Kernrentabilität vorgenommen.“

Die Entwicklung des Kundengeschäfts verlief im 1. Halbjahr 2017 differenziert. Insgesamt erreichte das Neugeschäftsvolumen 720 Mio. Euro und lag damit knapp unter dem Plan- und dem Vorjahreswert. Es verteilte sich zu 65 % auf Deutschland und 35 % auf Frankreich.
Nur das Immobilien- und das Kommunalgeschäft in Deutschland übertrafen die Erwartungen. Das Immobiliengeschäft Frankreich wurde wie geplant zurückgefahren.

Zum Ergebnis im Einzelnen: 

Der Zinsüberschuss der SaarLB ist im 1. Halbjahr 2017 gegenüber dem Vorjahreshalbjahr von 50,0 Mio. Euro auf 54,3 Mio. Euro gestiegen. Im Gegensatz zum Vorjahr wurde dabei in den Negativzins-Positionen ein positiver Ergebnis-Saldo realisiert (+1,0 Mio. Euro nach -1,3 Mio. Euro in der Vorjahresperiode).

Der Provisionsüberschuss liegt mit 7,6 Mio. Euro deutlich über dem Niveau des 1. Halbjahres 2016 (4,5 Mio. Euro). Neben einer leichten Steigerung aus dem Kreditgeschäft und einem erfreulichen Provisionsergebnis im Wertpapierbereich resultiert dies auch aus einer geänderten Systematik für die Vereinnahmung von Abschlussgebühren der LBS – Landesbausparkasse Saar bei Riester-Bausparverträgen mit einem Einmal-Effekt von 1,5 Mio. Euro.

Die außergewöhnlich positive Risikoentwicklung im Kreditgeschäft erforderte im 1. Halbjahr die Auflösung von Einzelwertberichtigungen über insgesamt 32,8 Mio. Euro. Per Saldo konnte damit ein positives Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft von 18,2 Mio. Euro (Vorjahr -5,0 Mio. Euro) realisiert werden. Dazu kommen ebenfalls positive Bewertungsergebnisse im Wertpapier- geschäft (7,3 Mio. Euro) und im Beteiligungs-Portfolio (1,1 Mio. Euro).

Zur teilweisen Kompensation des Sonderaufwands in der Steuerposition wurden zudem noch Vorsorgereserven über 10 Mio. Euro aufgelöst, so dass das positive Bewertungsergebnis insgesamt die für die SaarLB außergewöhnliche Größenordnung von 36,6 Mio. Euro erreichte.

Der Personalaufwand ist gegenüber dem 1. Halbjahr 2016 (-22,5 Mio. Euro) mit -21,3 Mio. Euro rückläufig. Die Sachkosten bewegen sich mit -24,9 Mio. Euro um 2,3 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau. Dies ist ausschließlich auf die Kosten des Strategie- und Strukturprojekts „SaarLB 2020“ zurückzuführen. Im Steuerergebnis ist ein einmaliger Steueraufwand in Höhe von 17,3 Mio. Euro aus der Ausbuchung einer Steuerrückerstattungsforderung enthalten. Diese resultierte aus der Übertragung des finalen Betriebsstättenverlusts nach der Schließung unserer Luxemburger Niederlassung 2011.

Finanzlage 

Die Finanzlage der SaarLB im 1. Halbjahr 2017 ist unverändert gut. Durch die aktuellen Refinanzierungsstrukturen kann der Liquiditätsbedarf der kommenden Jahre nachhaltig gedeckt werden.
Die harte Kernkapitalquote ist mit 11,6 % gegenüber dem Jahresende 2016 nahezu unverändert. Die Gesamtkennziffer beträgt 15,7 %, die Kernkapitalquote 14,8 %.

Institutsrating

Moody’s hat im Februar 2017 auf Basis einer Anhebung des BCAs (Baseline Credit Assessment) der SaarLB die Einlagenratings der Bank um eine Stufe verbessert. Das diesbezügliche Langfristrating liegt nunmehr bei A1. Die gesamten Ratings von Fitch für die SaarLB wurden im Mai 2017 nach einem turnusmäßigen Review bestätigt.

Ausblick 

Die Herausforderungen im laufenden Geschäftsjahr liegen marktseitig weiterhin in dem hohen Margendruck und innerbetrieblich in den vielfältigen regulatorischen Anforderungen.
Die Bank rechnet für das Gesamtjahr 2017 – vor Zuführung / Auflösung von § 340f und § 340g Reserven – mit einem Vorsteuerergebnis leicht über und einem Nachsteuerergebnis unter dem Niveau des Vorjahres.

Der Halbjahresfinanzbericht der SaarLB ist ab dem 29.08.2017 unter www.saarlb.de abrufbar.

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