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„In nur kurzer Zeit haben wir die Grundlage für eine Verbesserung der medizinischen Notfallversorgung in Wadern  nach Bekanntwerden der Schließungsentscheidung geschafft: mit allen Akteuren ist es gelungen, den Neubau einer Rettungswache ebenso umzusetzen wie den Abschluss eines Notarztversorgungsvertrages 24 Stunden rund um die Uhr und den Umbau der Inneren Abteilung am Standort Losheim, damit dort bildgebende Verfahren wie CT und MRT zum Einsatz kommen können. Das ist ein großer Erfolg, so der Vorsitzende der Task Force Staatssekretär Stephan Kolling nach der großen Sitzung der Task Force Wadern im Sozialministerium.

„Neben der notärztlichen Versorgung will die Landesregierung den Standort Wadern weiterhin im Auge behalten: zwar konnte trotz intensiver Suche von allen Beteiligten kein Träger als Übernehmer des Krankenhauses gefunden werden, wir wollen aber prüfen, unter welchen Rahmenbedingungen eine Nordsaarlandklinik und oder ein Gesundheitspark am Standort Wadern realisiert werden können. Uns Ziel ist es dabei, die Hochwald-Region nicht von einem hochwertigen medizinischen Versorgungsangebot abzukoppeln. Daher wollen wir ausloten, ob und unter welchen Maßgaben eine Klinik wirtschaftlich betrieben werden kann und welche Auswirkungen das für die Versorgung auch über die Landesgrenze nach Rheinland Pfalz hat. Die Machbarkeitsstudie soll bis spätestens Anfang November vorliegen, so Kolling. Sollte der Gutachter die Machbarkeit bestätigen, kann ein neues Nordsaarlandklinikum mittelfristig realisiert werden. Dies bedarf jedoch bis zur Planung, Bau und Inbetriebnahme mindestens 5 Jahre.

Bis dahin muss die Notfallversorgung stehen:  So hat bereits die Planung des Neubaus einer neuen Rettungswache in Wadern begonnen, die mit einem erweiterten Fahrzeugangebot eine Erleichterung für den Krankentransport im ländlichen Raum mit sich bringen wird. Ein Notarztvertrag mit den Ärzten von Marienhaus mit einer 24-stündigen Erreichbarkeit wurde abgeschlossen. Die befürchtete medizinische Unterversorgung in der Nacht oder am Wochenende wird somit abgewendet und die Bevölkerung im Hochwald hat, abgesehen von den nahegelegenen Krankhäusern, auch rund um die Uhr direkten Zugang zu einem Notarzt. Damit ist die lückenlose Notfallversorgung sichergestellt und gewährleistet, bilanzierte Kolling.

„Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Rahmens für Krankenhäuser und der Schließung durch den Träger soll es auch aktuell keine Verschlechterung der stationären Versorgung im Hochwald geben: der neue Krankenhausplan wird für die Standorte Losheim, Merzig, Lebach und Sankt Wendel entsprechende Aufwüchse von Betten vorsehen, insbesondere wird das Angebot im Bereich der geriatrischen Versorgung im Hochwald ebenso deutlich verbessert wie die Internistik und Chirurgie. Unser Bestreben ist es, die Standorte zu halten, damit das Verbundklinikum erfolgreich seine Arbeit leisten kann.

Der Bauantrag für den Umbau am Standort Losheim wurde durch Marienhaus beantragt. Insgesamt will der Träger dort im ersten Schritt  dieses Vorhaben mit 1,5 Mio. Euro unterstützen. Dadurch kann vor Ort die internistische Notfallversorgung weiterhin sichergestellt werden“, so die Gesundheitsministerin Monika Bachmann. Darüber hinaus konnte das Gesundheitsministerium bereits erste Einblicke in ein Sondergutachten bieten, das zeigt, dass schwerwiegende Notfälle bereits jetzt an Wadern vorbei geführt wurden und der Rückgang der Fälle bei 20% liegt. 11 Betten können laut Sondergutachten durch die Schließung von Wadern nach Bedarf bereits in den jetzigen Plan aufgenommen werden und nach Losheim, Lebach und Merzig verlagert werden.

Zusammen mit der Bürgerinitiative hat das Gesundheitsministerium im Rahmen der Task Force eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die prüfen wird, ob eine „Nordsaarlandklinik“ und ein Gesundheitspark am Standort Wadern realisierbar wären. Der bisherige Gutachter der Aktiva Dr. Christian Rossbach und der Projektsteuerer des Gesundheitszentrums in Neuerburg Ingo Jakschies werden einen gemeinsamen Auftrag erhalten. „Die Landesregierung wird darüber hinaus den Ausbau des Pflegeangebotes durch die Marienhaus Gruppe unterstützen und die Umsetzung neuer Angebote von ambulanten Hilfen fördern sowie das Modellprojekt für neue Versorgungsformen begleiten. Hier sollen innovative Ansätze erprobt werden“, sagt der Leiter der Task Force, Staatssekretär Stephan Kolling.

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