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Viel mehr als nur die bislang bekannten Scheunen- und Ökopädagogikprogramme soll in und um das Forsthaus Neuhaus künftig angeboten werden: Inmitten des Urwalds vor den Toren der Stadt Saarbrücken soll ein Zentrum für Wildnis und Waldkultur mit attraktiver Gastronomie und einem Waldlandschaftspark entstehen.

Diese Absichtserklärung haben die zukünftigen Träger des „Forsthaus-Neuhaus-Ensemble“ in einem „Letter of Intent“ unterzeichnet: Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, der NABU Landesverband Saar, die Naturland Ökoflächen-Management GmbH, die Naturlandstiftung Saar, die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Ortsvereinigung Saarbrücken sowie der Gastronom Johannes Schäfer.

Die Naturlandstiftung Saar (NLS) und deren 100prozentige Tochter Ökoflächen-Management (ÖFM) GmbH haben sich als zukünftige Erwerber des Gebäudekomplexes mit den anderen Unterzeichnern auf eine Reihe von Vorhaben und Zielen geeinigt:

–      So soll von allen Partnern der dauerhafte Betrieb des neu entstehenden NABU-Informationszentrums unterstützt werden.

–      Es soll künftig ein gastronomisches Angebot vorgehalten werden, das sich insbesondere an Wanderer, Gruppen und Besucher des Urwaldprojektes richtet. Das Gasthaus wird als Integrationsbetrieb mit entsprechenden Ausbildungsplätzen geführt.

–      Die Lebenshilfe beabsichtigt, ein inklusives Kita-Konzept im Urwald mit einer waldnahen inklusiven Pädagogik umzusetzen.

–      Die Lebenshilfe möchte zudem mit dem NABU auch im Bereich der Wildnispädagogik zusammenarbeiten.

–      Die Liegenschaften „Forsthaus Wolfsgarten“ und „Jungfleischhütte“ sollen in das Gesamtkonzept integriert werden.

–      Die Unterzeichner wollen das Umfeld des Forsthauses Neuhaus nach historischem Vorbild als Wald-Landschafts-Park gestalten.

–      Die Partner setzen sich für eine ÖPNV-Anbindung des Gesamtensembles ein.

„Ich bin froh, dass wir verlässliche Partner gefunden haben, die bereit sind, unser Leuchtturmprojekt und Aushängeschild für Waldpolitik und Umweltpädagogik mitzutragen und mit uns weiterzuentwickeln“, so Umweltminister Reinhold Jost.

Auf Initiative des NABU gibt es seit 1997 den über 1.000 Hektar großen „Urwald vor den Toren der Stadt“ als Naturschutzgebiet und Naturwaldzelle. Seit dieser Zeit wird im Urwald auf eine wirtschaftliche Nutzung des Rohstoffes Holz verzichtet, so dass sich die Natur dort in der ihr eigenen dynamischen Weise entfalten kann.

Der Urwald ist auf einem guten Weg, bundesweit das größte Wildnisgebiet in einer städtisch geprägten Landschaft mit einem Bahnanschluss und Autobahnanschluss zu werden – ein spannender Gegensatz zu den klaren technischen Strukturen und Kräfte verbrauchenden Lebensgewohnheiten im städtischen Raum.

Seit dem Jahr 2002 koordinieren der SaarForst Landesbetrieb, das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und der NABU Saarland e.V. als Träger des Urwald-Projekts dieses gemeinsam sehr erfolgreich.

 

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