TEILEN

In dieser Woche hat die Europäische Kommission in ihrem Kampf gegen dubiose Besteuerungspraktiken für US-Konzerne ernst gemacht. Vor allem gegenüber Irland und Luxemburg hat sie ihre Forderungen verschärft. Finanzminister Stephan Toscani sagte dazu am Sonntag (08.10.2017):

„Die EU-Kommission hat mit ihrem entschiedenen Vorgehen ein deutliches Zeichen gegen das bislang praktizierte Steuerdumping in der Europäischen Union gesetzt. Mit dieser Initiative stellt sie sich auch hinter die von Deutschland mitinitiierte Diskussion zur Ausrichtung der Unternehmensbesteuerung am Umsatz.

Gemeinsames Ziel ist es, den fairen Wettbewerb im Binnenmarkt zu schützen und im Interesse aller Bürger Europas eine faire Besteuerung großer Konzerne zu garantieren. Gerade bei global und im Internet agierenden Unternehmen wie Apple oder Amazon, können wir Steuergerechtigkeit letztlich nur über Gemeinschaft in der EU durchsetzen. Der Druck der EU-Kommission hilft. Es kann nicht länger sein, dass sich die Staaten Europas von weltweit agierenden Konzernen gegeneinander ausspielen lassen“, sagte Minister Stephan Toscani abschließend.

Hintergrund:

Irland und Luxemburg haben dort ansässigen US-Konzernen durch Steuererlass bzw. Steuerabsprachen erhebliche Vergünstigungen gewährt. Damit haben sie gegen das europäische Beihilferecht verstoßen. Betroffen ist hiervon Apple mit Sitz in Irland. Über Jahre hinweg wurde lediglich ein Minimalsteuersatz von 0,005 Prozent auf die erzielten Gewinne angewendet. Durch Absprachen mit der Steuerverwaltung in Luxemburg blieben die Gewinne des Versandunternehmens Amazon zu dreiviertel unversteuert. Die Kommission verlangt nun von Irland und Luxemburg die gewährten Steuergeschenke zurückzufordern; 13 Mrd. Euro von Apple und 250 Mio. Euro von Amazon.

KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here