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Das saarländische Verkehrsministerium hat die Strecken für Lang-Lkw (sogenannte Gigaliner) festgelegt. Demnach sollen die Fahrzeuge nahezu das komplette Autobahnnetz im Saarland und einige Abschnitte von Bundesstraßen nutzen können. Hierzu erklärt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Neyses:

„Seit Anfang des Jahres ist es in Deutschland möglich, dass Gigaliner mit einer Länge von 25 Metern und mehr auf bestimmten innerdeutschen Straßen fahren dürfen. Das Saarland hat nun gegenüber dem Bundesverkehrsministerium gemeldet, entlang welcher Strecken die Lang-Lkw künftig im Saarland unterwegs sein sollen.

Wir halten den Einsatz der Gigaliner für eine verkehrspolitische Fehlentscheidung, die dem Vorhaben, den umweltfreundlichen Verkehr zu stärken, vollkommen zuwiderläuft. Denn es ist abzusehen, dass dadurch immer mehr Güterverkehr von der Schiene auf die Straße verlagert werden wird. Diese Verlagerung würde gleichzeitig höhere, umweltschädliche Emissionen im Verkehrssektor bedeuten.

Es sollte hingegen vielmehr das Bestreben der Bundes- und Landesregierung sein, im Sinne der Energiewende konsequent deutlich mehr in den Erhalt und Ausbau des Schienen-Güterverkehrs zu investieren. Für das Saarland muss dies unter anderem bedeuten, die bestandsbedrohten Güterverkehrsstrecken, zum Beispiel die Bisttalbahn, zu sichern und auszubauen. Wir sprechen uns außerdem für ein Förderprogramm für Gleisanschlüsse aus, damit Industrie und Wirtschaft wieder einen einfacheren Zugang zum Schienennetz bekommen.

Außerdem liegt die Befürchtung nahe, dass der Einsatz von Gigalinern künftig auf weitere Strecken ausgeweitet werden könnte, um etwa bestimmte Gewerbegebiete zu erreichen. In diesem Falle wäre abzusehen, dass die Lang-Lkw auf Strecken verkehren werden, die für solche Belastungen überhaupt nicht ausgelegt sind. Das würde letztlich erhebliche Schäden an der Infrastruktur nach sich ziehen.

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Gigalinern auf Deutschlands Straßen stellt sich auch vor dem Hintergrund, dass solche Lkw in vielen EU-Staaten, darunter auch in unserem Nachbarland Frankreich, überhaupt nicht verkehren und damit die Landesgrenze nicht überqueren dürfen.“

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