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Zu den Forderungen der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) nach einem besseren Betreuungsschlüssel in den saarländischen Kitas erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

“Wie kürzlich aus einem Bericht der Saarbrücker Zeitung hervorgegangen ist, wird es für die Träger der Kindertagesstätten immer schwieriger, ausreichend Erzieherinnen und Erzieher zu finden. Demnach gebe es alleine in den 159 Einrichtungen der Kita gGmbH hierzulande 30 offene Stellen. Zudem wird von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eine zunehmende Arbeitsverdichtung in den Kitas beklagt. Unter dieser Situation leidet die Qualität der Betreuung der Kinder. Aufgrund der Personalsituation müssen viele Einrichtungen bereits um 17 Uhr schließen, was insbesondere Alleinerziehende mit längeren Arbeitszeiten vor Probleme stellt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich erschwert.

Wie dringend nötig weitaus größere Investitionen in die Personalausstattung der Kitas sind, verdeutlicht auch das schlechte Betreuungsverhältnis hier im Saarland. So ist laut Angaben des Ländermonitors für frühkindliche Bildungssysteme hierzulande eine Erzieherin beziehungsweise ein Erzieher rechnerisch für die Betreuung von 9,6 Kindern zuständig. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 8,6.

Um die Personalsituation zu verbessern und alle Kinder angemessen betreuen und fördern zu können, brauchen wir einen langfristig angelegten Personalbedarfsplan sowie zusätzliche Ausbildungskapazitäten an den Akademien. Geprüft werden muss auch, ob die Einrichtung einer weiteren Fachschule für Erzieherinnen und Erzieher nötig ist. Die letzte Neueinrichtung einer solchen Akademie (BBZ St. Wendel) liegt bereits fünf Jahre zurück und wurde noch von der Vorgängerregierung unter Grüner Bildungsverantwortung auf den Weg gebracht. Wie notwendig weitere Ausbildungskapazitäten sind, wird auch daran deutlich, dass die Nachfrage nach Betreuungsplätzen stetig steigt und laut des aktuellen Familienreports des Saarlands schon heute eine Lücke von elf Prozent zwischen Angebot und Bedarf besteht.”

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