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Zum Brandbrief, den Delegierte der Elternvertretung der Grundschulen im Regionalverband Saarbrücken an Bildungsminister Commerçon gerichtet und darin den Lehrermangel an Grundschulen kritisiert haben, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Der Brandbrief der Elternvertretung stellt eine ernüchternde Bilanz von Bildungsminister Commerçon nach fünf Jahren Regierung dar: Zwar wurde der geplante Lehrerstellenabbau im Umfang von 588 Stellen bis 2020 zunächst gestoppt und es wurden zusätzliche Lehrkräfte eingestellt. Doch einerseits war diese Maßnahme alleine dem großen Zuwachs an Flüchtlingskindern in den Schulen geschuldet. Andererseits hat die Landesregierung den Stellenabbau nicht aufgegeben, sondern lediglich um zwei Jahre nach hinten verschoben. Und wie nun nicht zuletzt durch den Brandbrief klar wird, haben die von Commerçon vorgenommenen Stellenaufstockungen nicht dazu geführt, dass alle Kinder eine angemessene Förderung erhalten – besonders in den Grundschulen.

Zusätzliche Lehrerstellen alleine aufgrund steigender Schülerzahlen zu schaffen, um die Unterrichtsversorgung sicherzustellen, ist unzureichend. Durch die Flüchtlingssituation und die Inklusion ist die Zahl der Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Um sie alle angemessen fördern zu können, brauchen wir kleinere Lerngruppen und damit wesentlich mehr Lehrpersonal. Das gilt sowohl für reguläre Grundschul- als auch Förderschullehrkräfte. Im Jahr 2016 wurden an den Regelschulen im Saarland 3.306 Schülerinnen und Schüler mit anerkanntem Förderbedarf unterrichtet, 3.277 an Förderschulen. Allerdings stehen für die 162 Grundschulen im Land lediglich 131 Förderschullehrer bereit. Diese Zahl ist viel zu gering, um ein umfassendes Betreuungsangebot vorzuhalten.

Darüber hinaus kann es nicht damit getan sein, alleine die Grundversorgung an Unterricht sicherzustellen. Die Landesregierung ist auch in der Pflicht, den Unterricht unabhängig vom Krankenstand der Lehrkräfte zu gewährleisten, vor allem an Grundschulen. Denn dort ist vorgeschrieben, dass die Kinder in jedem Fall bis zur 5. Stunde unterrichtet werden müssen. Aus diesem Grund muss die mobile Lehrerreserve dringend aufgestockt werden. Bislang ist diese meist schon zu Beginn des Schuljahres vollkommen ausgelastet.  Zudem muss es wieder mehr jungen Menschen ermöglicht werden, ein Grundschullehrerstudium im Saarland aufzunehmen. Wir setzen uns dafür ein, die Zahl der Studienplätze an der Saar-Uni wieder auf 60 pro Semester anzuheben. Die Landesregierung hatte diese zum Wintersemester 2014/15 auf 30 zurückgefahren.“

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