TEILEN

Der Landtagsabgeordnete Dennis Lander, sowie die Linksjugend [’solid] Saar kritisieren das Jugendmagazin „Chilly“ wegen des Abdruckens von Bundeswehrwerbung. Die Jugendzeitschrift, die unter anderem mit Geldern des Ministeriums für Soziales, Frauen, Gesundheit und Familie sowie der Saarland-Sporttoto GmbH gefördert wird, druckte in ihrer aktuellen Ausgabe eine Werbeanzeige der Bundeswehr mit dem Satz „Hier wirst du zum Experten und Führungskraft.“

„Die Bundeswehr investiert schon seit längerem massiv in zielgruppengerichtete Werbung, um Kinder und Jugendliche für die Bundeswehr zu begeistern. In unseren Augen ist das in höchstem Maße verwerflich“, so Dennis Lander. „Die Werbeanzeigen oder auch Internetformate wie das Reality-Format ‚Die Rekruten‘ auf Youtube verherrlichen die Aktivitäten der Bundeswehr. Das Töten von Menschen sowie die Gefahr, selbst getötet zu werden, werden mit coolen Sprüchen und actiongeladenen Bildern übertüncht.“

Das Handeln der Redaktion des Chilly-Magazins findet der Jungpolitiker verantwortungslos. „Ein Jugendmagazin, das nicht die Weitsicht besitzt, seine Leserinnen und Leser vor manipulativer Beeinflussung zu schützen, sollte sich dringend mal Gedanken über seine Aufgabe machen“, so Lander. „Noch nie gab es so viele minderjährige Rekruten wie in diesem Jahr, bundesweit schon über 1500, Tendenz steigend. Auch weil die Bundeswehr so massiv bei sozialen Netzwerken und Jugendzeitschriften wirbt.“

Lander verweist darauf, dass der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes, der die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention prüft, wegen der Rekrutierung Minderjähriger durch die Bundeswehr „besorgt“ ist und bereits im Januar 2014 Deutschland empfohlen hat, „das Mindestalter der Rekrutierung für die Streitkräfte auf 18 Jahre festzulegen und alle Formen von Werbekampagnen für die deutschen Streitkräfte, die auf Kinder abzielen, zu verbieten“.

 

Die Linksjugend [’solid] Saar sieht zudem den Jugendschutz in Gefahr. „Das Magazin wird gezielt an Schulen im Saarland verteilt und richtet sich somit auch an minderjährige Schülerinnen und Schüler. Es ist absolut untragbar, Werbung der Bundeswehr abzudrucken, die darauf abzielt, auch minderjährige Jugendliche durch die Aussicht auf ein Studium für das Kriegführen zu begeistern“, sagt Simon Ohliger, Mitglied des Landesvorstands. Bereits im November letzten Jahres kritisierte die Linksjugend das Magazin bereits. Auf Nachfrage antwortete die Redaktion, ein Problem würde sie nicht sehen, da die Bundeswehr die freiheitlich-demokratische Grundordnung schütze. Schon damals entgegnete der Jugendverband: „Der Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung sollte nicht von Jugendlichen geleistet werden, die man durch manipulative Werbung oder das Inaussichtstellen eines Studiums dazu bewegt hat, sich zu verpflichten. Der Schutz von Jugendlichen ist wichtiger als der Personalnotstand der Bundeswehr. Man sollte meinen, dass die Redaktion von ‚Chilly‘ aufgrund der zahlreichen Förderer des Magazins nicht auf Werbeeinnahmen durch Bundeswehrwerbung angewiesen sei.“

 

KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here