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Dennis Lander, Mitglied des Gesundheitsausschusses im Saarländischen Landtag, stimmt der Forderung der Geschäftsführerin des Winterberg-Krankenhauses Bresslein nach mehr Medizinstudienplätzen zu und fordert dafür medizinische Prüfungsverfahren unter Berücksichtigung von sozialen Leistungen und Erfahrungen statt eines Festhaltens an einem starren Numerus Clausus.

„Es ist nicht nachvollziehbar, warum jungen interessierten Bewerbern der Weg zum Studium verwehrt wird, nur weil sie zum Teil nicht ausreichende Leistungen in Fächern erbracht haben, die weder etwas mit Medizin noch mit einer sozialen Kompetenz für Gesundheitsberufe zu tun haben. Man kann ein sehr guter Arzt sein, ohne Einsen in Musik, Französisch oder Religion. Zumal es selbst bei Bewerber*innen die gerade so eine Eins vor dem Komma geschafft haben fraglich ist, ob sie den Sprung ins Studium schaffen. Wer einmal auf der Warteliste ist und regulär über diese ziehen muss, wartet genauso lange, wie jemand mit einem weitaus schlechteren Schnitt.“ Sieben Jahre auf einen Studienplatz zu warten sei unzumutbar.

„Es ist fraglich, ob der Numerus Clausus verfassungskonform ist.“ Lander erinnert daran, dass das Bundesverfassungsgericht schon 1972 geurteilt hat, dass Numerus-Clausus-Regelungen nur vorläufig sein dürfen, da ansonsten der Gleichheits-Grundsatz des Grundgesetzes verletzt werde. Die Richter sahen damals „ein Recht jedes hochschulreifen Staatsbürgers, an der damit gebotenen Lebenschance prinzipiell gleichberechtigt beteiligt zu werden“ (BVerfGE 33, 303 – numerus clausus I Bundesverfassungsgericht Urteil 18. Juli 1972).

Kaum ein anderes Land in Europa macht zudem den Abitur-Schnitt zum Hauptkriterium für die Vergabe von Studienplätzen. „Jeder junge Mensch sollte sich seine Ausbildungs- oder sein Studienfach frei aussuchen können und nicht sieben Jahre auf den Studienbeginn warten müssen. Gerade auch im Hinblick auf unsere Versorgungsengpässe sollten der Anreiz für Gesundheitsberufe groß und die Hürden klein sein. Die andauernde Prüfung des NCs in Karlsruhe ist deshalb zu begrüßen.“

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