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„Die OECD hat wieder einmal bestätigt, dass in Deutschland in besonderem Maße der Geldbeutel und Bildungsstand der Eltern über den Bildungsstand und die Chancen der Kinder und Jugendlichen entscheiden. Das ist hochgradig ungerecht und für ein reiches Land wie Deutschland einfach nur peinlich.“

Mit diesen Worten reagiert Barbara Spaniol, die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag, auf die Ergebnisse der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2017“. „Die ‚Mobilität nach oben‘ im Studienbereich hat sich seit Generationen nicht verbessert. Gerade einmal 14 Prozent der heute 30- bis 44-Jährigen in Deutschland, deren Eltern nicht studiert haben oder Meister sind, haben einen Hochschulabschluss, bei den heute 45- bis 59-Jährigen waren es 13.

Im Klartext: Wer nicht aus einem Akademiker-Haushalt kommt, hat in Deutschland nach wie vor deutlich schlechtere Chancen auf einen guten Bildungsabschluss, Arbeiterkinder sind an den Hochschulen weiterhin die Ausnahme. Deutschland liegt hier ebenso unter dem OECD-Schnitt wie bei der Bildungsfinanzierung. Seit einem Jahrzehnt hinkt Deutschland den anderen OECD-Staaten beim Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt hinterher. Das ist auch eine Folge der sturen Fixierung auf die ‚schwarze Null‘ in Zeiten von Nullzinsen.

Und dass die Grundschullehrer unzufrieden sind, weil sie laut OECD sechs Prozent weniger verdienen als andere Beschäftigte mit vergleichbarem Bildungsabschluss, ist verständlich – zumal angesichts der Misere an den Grundschulen im Saarland, mit Lehrermangel und großen Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Inklusion. Es wird höchste Zeit, dass Bildung nicht mehr derart stiefmütterlich behandelt wird und die Einsicht einkehrt, dass Bildungsausgaben Investitionen in die Zukunft sind.“

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